Wilhelmszyklus

Der Wilhelmszyklus entstand in der ersten Hälfte des 12. Jh.s und umfasst 24 Lieder. Die Zentralfigur des Zyklus ist Wilhelm von Orange (Guillaume d'Orange). Die historische Persönlichkeit wurde von Karl dem Großen mit der Grafschaft von Toulouse betraut, die damals an der spanischen Grenze lag.

Der Liederzyklus beinhaltet Guillaume d'Oranges Leben von der Kindheit bis zum Tod und schließt auch seine Vorfahren ein. Im Zentrum stehen seine Heldentaten im Kampf gegen den Islam mit der Eroberung von Nîmes (Le Charroî de Nîmes) und Orange (La Prise d'Orange).

Interessant ist seine Beziehung zu König Ludwig dem Frommen, der ihn bei der Landaufteilung übergangen hatte. Der Graf zeigte jedoch trotzdem seine große Verbundenheit mit dem Monarchen und kämpfte für ihn. Selbst der Verlust seiner Verwandtschaft in diesem Kampf erschütterte seine Treue zum König nicht (La Chanson de Guillaume, Aliscans, La Chevalerie Vivien). Nach dem Tod seiner Frau zog er sich zurück und verbrachte seine letzten Tage in der von ihm gegründeten Abtei Saint-Guilhem-le-Désert.

Auf diese Weise stellt der Wilhelmszyklus ein neues Ideal der Ritterlichkeit dar. Der Hauptheld hat im Unterschied zum Königszyklus Differenzen mit dem König, kämpft aber trotzdem für dessen Interessen. In der Folge verschärfen sich die Differenzen zwischen dem König und seinen Vasallen, die ihren Ausdruck in dem Baronenzyklus finden.

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