Vorgeschichtliche Periode

In der vorchristlichen Zeit wurde das Gebiet des heutigen Frankreichs von den Liguren besiedelt. Im 5. Jh. v.Chr. wurden sie von den Iberern verdrängt.

Die Iberer kamen aus Spanien und besetzten das Territorium zwischen den Pyrenäen und dem Languedoc. Unter dem Druck von keltischen Einwanderern zogen sie sich in das Gebiet zwischen den Pyrenäen, dem Atlantik und der Garonne zurück, dem die Römer den Namen Aquitanien gaben. Die Bewohner wurden Aquitanier genannt.

Die Mittelmeerküste wurde von den griechischen Kolonisten aus Phokaia besiedelt. Hier errichteten sie seit dem 6. Jahrhundert v.Chr. mehrere Siedlungen (z.B. Marseille, Agde, Nizza), um die Handelsverbindungen nach Norden aufzubauen.

Die Kelten traten in den Gebieten des heutigen Frankreichs erstmals ca. 1500 v.Chr. in Erscheinung. Das kriegerische Volk aus Mitteleuropa war zwar zahlenmäßig unterlegen, konnte sich aber Dank ihrer fortschrittlichen Militärtechnik (Eisenwaffen, Kriegswagen, zweischneidiges Langschwert...) behaupten.

Die Verbreitung der Kelten auf diesen Gebieten erfolgte in mehreren Etappen, zwischen denen Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte lagen. In der langen Zeit zwischen den Eroberungswellen vermischten sich die Kelten mit der Urbevölkerung. Auf diese Weise entstanden neue ethnische Gruppen, die sich sowohl von der Urbevölkerung als auch von den Neueroberern unterschieden. Langsam, aber unaufhaltsam verbreiteten sie sich zu Beginn des 1. Jahrhunderts v.Chr. auf dem ganzen Territorium. Vor allem der Osten und Norden wurde von den Kelten dominiert. Die Römer nannten sie Gallier und das von ihnen bewohnte Gebiet – Gallien.

Gallien hatte zu dieser Zeit zwischen 6 und 15 Millionen Einwohner. Die Gallier waren in rund 60 Stämmen unterteilt, die ihr eigenes Gebiet beanspruchten. Noch in der heutigen administrativen Gliederung Frankreichs sind einzelne gallische Gebiete erhalten geblieben (Arverner – Region Auvergne, Lemovices – Region Limousin, Piktonen – Poitou, Atrebaten – Artois...)

Die Stammesorganisation variierte stark in den einzelnen Gebieten. Kleinere Stämme in unfruchtbaren Gebieten kannten keine Gesellschaftsstruktur, jedoch in den größeren Stämmen bildete sich eine Arbeits- und Sozialstruktur heraus. Die führende Position nahm der Adel ein, der je nach Reichtum Sklaven, abhängige Bauern und Krieger in seinen Diensten hatte. Der einflussreichste Adelige wurde zum Stammesführer gewählt. Eine sehr bedeutende Stellung hatten auch die Druiden, die nach einer jahrelangen Ausbildung die Rolle eines Richters, Priesters, Lehrers und Arztes ausübten. Im Unterschied zu den Adeligen, die ständig konkurrierten, bildeten die Druiden der einzelnen Stämme eine Einheit. Jedes Jahr versammelten sich die Druiden aus allen Gebieten Galliens an einem geheimen Ort im Gebiet der Karnuten, um ihr Oberhaupt zu wählen und Erfahrungen auszutauschen. Auf der untersten Stufe standen die Sklaven, die entweder gekauft oder bei Eroberungszügen gefangen genommen wurden. Sie erledigten die schwersten Arbeiten und wurden sogar bei religiösen Ritualen geopfert.

Die Gallier lebten in den sogenannten Oppida. Ein Oppidum war ein Dorf, bestehend aus mehreren Holz- oder Lehmhäusern, das von einfachen Befestigungen umgeben war. In wasserreichen Gebieten wurden diese Dörfer direkt auf dem Wasser errichtet. Aus diesen keltischen Oppida entstanden später wichtige Städte wie Paris, Arras, Poitiers, Sens, Amiens, Tours, Chartres u.a.

Die Lebensgrundlagen der Gallier waren die Landwirtschaft, die Jagd, der Fischfang, der Bergbau und das Handwerk. Ihre Kenntnisse in der Metallherstellung und Verarbeitung ermöglichte die Produktion von Waffen für Krieg, Jagd und landwirtschaftlichen Geräten, wie z.B. der zweirädrige Pflug mit Eisenpflugschar. Diese fortschrittlichen Geräte, die Düngung und die Zweifelderwirtschaft führten zu höheren Erträgen und Gallien wurde ein begehrter Handelspartner.

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