Theater des Mittelalters

Das Theater trat als letzte selbständige Gattung nach den Heiligenviten, Heldenliedern, dem Roman und der Lyrik in der französischen Literatur auf. Es ging aus dem sogenannten liturgischen Drama hervor – szenische Darstellungen und Dialoge, die den Gottesdienst an großen Festen schmückten. Zuerst wurden Szenen aus dem Evangelium als Thema für diese Darstellungen verwendet. Der Bereich der Themen erweiterte sich sehr schnell. Außer den biblischen Darstellungen des Leidens und der Auferstehung Christi (sogenannte Mysterien) wurden zunehmend wunderbare Ereignisse aus dem Leben der Heiligen (sogenannte Mirakel) aufgeführt. Das älteste Mirakel ist das Adamsspiel und stammt aus dem 12. Jh. Außerdem berühmt sind Le Jeu de Saint Nicolas von Jean Bodel und Le Miracle de Théophile von Rutebuef aus dem 13. Jh.

Zu dieser Zeit verlor das Theater seinen rein liturgischen Charakter. Die Bühne wurde vom Kircheninnern auf den Kirchplatz und später auf Strassen und öffentliche Plätze verlegt. Für die Aufführung wurde ein Podest mit vorbereiteten Kulissen errichtet (z.B. Haus, Wald, Burg oder Paradies, Jerusalem, Tempel). Die Schauspieler gingen je nach Bedürfnis ihrer Rolle zu den verschiedenen Handlungsorten auf der Bühne.

Mit dem Wegfall der Kirche als Aufführungsort öffnete sich das Theater nun auch für weltliche Themen, die überwiegend einen komischen Charakter aufwiesen. Die ersten überlieferten komischen Stücke schrieb im 13. Jh. Adam de la Halle. Im 15. Jh. verbreitete sich die weltliche Komödie und vor Allem die vier Gattungen:

  • Moralité – didaktische, politische oder religiöse Satire
  • Sottie – Narrenspiel
  • Sermons joyeux – Parodie auf Predigten
  • Farce – satirisch-komische Theaterstücke in Versen, die Themen der Fabliaux aufgreifen (La Farce de Maître Pierre Pathelin)

 

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