Theater der Renaissance

Das französische Theater der Renaissance hielt sich zunächst an spätmittelalterliche Traditionen. Nach dem Verbot des Pariser Parlaments im Jahre 1548 religiöse Dramen aufzuführen, waren die Autoren gezwungen neue Wege zu suchen. In Anlehnung an die Renaissancebewegung veröffentlichte und übersetzte man zunächst die antiken Dramen von Sophokles, Plautus, Seneca u.a. Außerdem gewannen auch theoretische Werke antiker Schriftsteller (Horaz, Diomedes, Aelius Donatus...) an Bedeutung und führten zu einer allgemeinen Anwendung der Regeln auf das französische Drama der Renaissance: Unterteilung in fünf Akte, Umfang 1500 bis 2000 Strophen, Verwendung des 12-silbigen Versmaßes...

Nach und nach entstanden auch eigenständige Dramen und vor Allem Tragödien, die ihre Themen aus der antiken Mythologie oder aus der Bibel bezogen. Die erste französische Tragödie Abraham sacrifiant des protestantischen Theologen Théodore de Bèze entstand im Jahre 1550. Die erste nicht-religiöse Tragödie Cléopâtre schrieb das Pléiademitglied Étienne Jodelle im Jahre 1553, der mit seinem Werk die ganze Entwicklung dieses Genres nachhaltig beeinflusste.

Die Stücke wurden auf kleinen Bühnen aufgeführt, die nur spärlich dekoriert waren. In der Tragödie der Renaissance dominierte die Redekunst über schauspielerische Einlagen, da sich die Kraft der Werke eher im Monolog als in der Handlung oder in der Darstellung von Gefühlen konzentrierte. Die Charaktere der Tragödie wurden nicht ausgearbeitet, außer durch den Dramatiker Robert Garnier, der seine handelnden Personen lebendiger wirken ließ. Garnier nahe stand Antoine de Montchrestien mit seinen Werken (z.B. Ecossaise), die vor Allem eine religiöse und moralische Erziehung zum Ziel hatten.

Die Komödie der Renaissance wurde weniger von der Antike beeinflusst und fand ihre Vorbilder eher in der italienischen Commedia dell'arte mit ihren Intrigen oder in mittelalterlichen Farcen und Fabliaux. So stammt der Inhalt der ersten französischen Komödie (Eugène ou la Rencontre von Étienne Jodelle) aus einer mittelalterlichen Farce. Stilistische Merkmale und vor Allem die Strukturierung des Stückes in Akte und Szenen gaben dem Werk einen modernen Charakter.

Belleau und Larivey entnahmen ihre Inhalte eher aus der italienischen Komödie. Dank der Anpassung an die französische Lebensart und dem lebendigen Witz der Sprache dienten ihre Stücke als Vorbilder für die nachfolgende Epoche der Klassik.

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