Romanik

Die Romanik entwickelte sich Ende des 10. Jh.s aus der Karolingischen Kunst und wurde dann Mitte des 13. Jh.s von der Gotik abgelöst.

Der Begriff "Romanik" wurde im Jahre 1818 durch den französischen Archäologen Charles Duhérissier de Gerville eingeführt, um die Kunst des Mittelalters vor der Gotik zu definieren. Mit diesem Begriff brachte er die Wiedereinführung der Elemente der römischen Baukunst (Rundbogen, Säule) in die Architektur zum Ausdruck. Die Ausdehnung des Begriffs hinsichtlich Skulptur und Malerei scheint weniger sinnvoll, da die bildenden Künste des Mittelalters grundsätzlich andere Wege gingen.

Die geschichtliche Situation in dieser Zeit war günstig für die kulturelle Entwicklung des Landes. Nach einer langen Periode unendlicher Kriege und Zerstörungen, konnte mit dem einkehrenden Frieden am Anfang des 2. Jahrtausends die Bautätigkeit wieder aufgenommen werden. Neben Sakralbauten wurden zahlreiche Burgen und Städte errichtet. Auf Grund der regionalen Zersplitterung des Landes entstanden einzelne regionale Bauschulen mit unterschiedlichen Richtungen, die sich jedoch zu einem allgemeinen europäischen romanischen Baustil unter Beibehaltung der jeweiligen lokalen Besonderheiten vereinten.

Die Grundform des Kirchenbaus ist normalerweise die Basilika, nur in Südfrankreich trifft man fast ausschließlich auf Hallenkirchen. Der Zentralbau zählt zu den eher seltenen Beispielen der romanischen Architektur. Die Pilgerkirchen (Saint-Martin in Tours, Saint-Sernin in Toulouse) stellen eine Besonderheit der Sakralbaukunst dar. Mit zunehmender Verbreitung der Pilgerreisen, vor allem die Jakobswege nach Santiago de Compostella, wurden Bauten benötigt, die große Menschenmassen aufnehmen konnten. Auf diese Weise entstanden riesige Bauwerke, die nicht selten 5-schiffig am Langbau und 3-schiffig am Querhaus ausgebaut waren. Um den Altarraum wurde der sogenannte Kapellenkranz gestaltet, in dem sich die unterschiedlichen Reliquien befanden.

Die wichtigste Errungenschaft der romanischen Architektur ist zweifellos die Einwölbung des ganzen Raumes. Vor der Romanik hatten die Kirchen Flachdecken aus Holz. Diese Bauten waren nicht nur relativ niedrig, sondern auch großer Feuergefahr ausgesetzt. Zahlreiche Kirchen wurden ein Opfer der Flammen. Die Einführung der Gewölbe aus Stein minderte diese Gefahr und vergrößerte zugleich den Raum. Zu den ersten vollständig gewölbten Bauten zählen Saint-Michel-de-Cuxa in den Pyrenäen und Saint-Philibert in Tournus.

Das schwere Gewölbe aus Stein übte einen enormen Druck auf die tragenden Wände aus, die aus diesem Grund besonders dick gebaut wurden und nur wenige Öffnungen (Türe und Fenster) aufwiesen. Der Bogen (in der Regel ein Rundbogen) über diesen Öffnungen leitete den Druck auf Stützen weiter, um die Stabilität des Gebäudes zu garantieren. Die Einwölbung des ganzen Raumes bedeutete nicht, dass der Bau eine Gesamtkonzeption erhielt, sondern vielmehr wurden die einzelnen Gebäudeteile als eigenständige Volumen angesehen und aneinandergefügt (additives Kompositionsprinzip).

Die Innenräume der Kirchen waren oft reich dekoriert. Wandmalereien befanden sich auf Wänden und Decken und Skulpturen schmückten nicht nur das Innere, sondern wurden auch außen an der Kirche angebracht, besonders an der Westfassade. Die Änderung theologischer Grundsätze hatte auch Auswirkungen auf die Kunst, die nicht nur erklärende, sondern zunehmend auch erziehende Funktion übernahm. Neben biblischen Darstellungen tauchten jetzt furchteinflössende Themen (das letzte Gericht, Apokalypse, Höllenqualen, Teufelsdarstellungen...) und weltliche Motive (Fabeln und Märchen, geschichtliche Ereignisse, tatsächlich existierende Menschen...) auf. Das Kapitell, der obere Teil einer Stütze, entwickelte sich in der Romanik zu einer eigenständigen Kunstform. Wenn die griechische Architektur nur drei Haupttypen von Kapitellen kannte (dorisch, ionisch und korinthisch), entstanden in der Romanik auf der Basis des Würfelkapitells unzählige neue Varianten mit originellen Verzierungen: Pflanzen, Fabelwesen, Figuren usw.

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