Religionskriege

Im 16. Jahrhundert verbreitete sich der Protestantismus in Frankreich. In den ersten Jahren wurde er als Ketzerei angesehen und als solche bekämpft. Bereits unter Franz I. fanden einzelne Verurteilungen von Protestanten statt. Die systematische Verfolgung begann jedoch unter seinem Nachfolger Heinrich II. Der wachsende Widerstand der Protestanten führte zu den Religionskriegen, die durch das Massaker von Wassy ausgelöst wurden.

1. Religionskrieg (1562-1563)
Am 1. März 1562 ermordeten der Herzog von Guise und seine Gefolgsleute 32 Protestanten, die ihren Gottesdienst in einer Scheune feierten. Der protestantische Fürst von Condé aus dem Haus der Bourbonen rief die Protestanten auf, sich mit Waffen zu verteidigen. Mit seiner kleinen Armee besetzte er Orléans, Sens, Tours, Blois und Angers. Condé erfuhr nicht nur von der protestantischen Bevölkerung eine breite Unterstützung, auch England schlug sich auf seine Seite. Die Katholiken ihrerseits, unterstützt durch den verarmten Landadel und gestärkt durch Spanien, wurden von einem Verteidigungstriumvirat (Herzog von Guise, Feldherr Montmorency, Marschall von Saint-André) angeführt. Sie begaben sich nach Fontainebleau, wo sich die königliche Familie aufhielt und übten Druck auf die Regentin aus. Die Protestanten betrachteten dies als eine Gefangennahme des Königshauses und erklärten ihren Krieg zum Befreiungskrieg für die königlichen Familie. Das Königshaus versuchte zwischen beiden Lagern zu vermitteln, um das Land vor Anarchie zu schützen. 1563 wurde der erste Friedensvertrag von Amboise ausgehandelt, der den Protestanten in ihren Hochburgen die Ausübung ihrer Religion erlaubte. Dieser Vertrag führte jedoch nicht zum Frieden zwischen beiden Parteien und es fanden weiter vereinzelte Massaker statt. Eines der blutigsten Gemetzel war 1566 in Foix, wo 700 Protestanten ihr Leben ließen.

2. Religionskrieg (1567-1568)
1567 war der 2. Religionskrieg ausgebrochen. Die protestantische Armee versuchte König Karl IX. zu entführen, dem es jedoch gelang, nach Paris zu flüchten. Daraufhin belagerten sie Paris, wurden aber vom Herzog von Montmorency geschlagen und zogen sich nach Chartres zurück. 1568 kam es in Longjumeau zu einem neuen Friedensvertrag, der den alten Friedensvertrag bestätigte und den Protestanten noch zusätzlich La Rochelle zusprach. Doch auch dieser Frieden war kein Frieden aus Überzeugung. Die Gegner versuchten in dieser Zeit ihre Armeen zu verstärken und Hilfe von Außen zu erhalten.

3. Religionskrieg (1569-1570)
Ein Jahr später kam es zu erneuten kriegerischen Auseinandersetzungen. In diesem 3. Religionskrieg spielten die Katholiken die aktivere Rolle. Karl IX. schlug sich auf die Seite der Katholiken und verbot im Edikt von Saint-Maur die Ausübung des protestantischen Kultes. Er trieb die protestantische Armee bis nach La Rochelle. Ein Jahr später erlitten die Protestanten eine weitere Niederlage in Jarnac, wo auch ihr Anführer Fürst von Condé ermordet wurde. Am 8. August 1570 wurde ein weiterer Friedensvertrag in Saint-Germain-en-Laye unterzeichnet. Nach diesem Vertrag erhielten die Protestanten die vier befestigten Städte La Charité, Cognac, Montauban und La Rochelle und sie durften ihre Religion weiter ausüben.

4. Religionskrieg (1572-1573)
Um die beiden gegnerischen Parteien zusammenzuführen arrangierte Katharina von Medici die Hochzeit zwischen dem protestantischen Anführer Heinrich von Navarra und ihrer Tochter Margarete von Valois. Diese Hochzeit endete jedoch in einem Blutbad. Am 24. August 1572, dem Tag des Heiligen Bartholomäus, wurden bis zu 3000 Protestanten, die zur Hochzeit nach Paris kamen, gnadenlos ermordet. Eines der ersten Opfer war der protestantische Anführer Admiral von Coligny. Vergleichbare Ereignisse fanden ebenfalls in den Provinzen statt. Ca. 10000 Protestanten fanden in diesen Tagen ihren Tod. Die Protestanten flüchteten nach La Rochelle. Alle Versuche, diese Festung einzunehmen, blieben erfolglos und es kam 1573 zu einem erneuten Friedensvertrag in Boulogne. Die Ausübung des protestantischen Kultes wurde auf die vier Städte La Rochelle, Nîmes, Montauban und Sancerre beschränkt.

5. Religionskrieg (1574-1576)
Überall in Frankreich, vor allem im Süden, rebellierten die Protestanten gegen die Einschränkung ihrer religiösen Praktiken. Heinrich von Navarra floh vom Hof und wurde Anführer der Protestanten. Er erreichte mehrere Erfolge für seine Glaubensbrüder, die im Edikt von Beaulieu-lès-Loches festgehalten wurden. Die Anzahl der protestantischen Städte erhöhte sich auf acht und mehrere protestantische Staatsmänner, u.a. Admiral Coligny, wurden rehabilitiert.

6. Religionskrieg (1576-1577)
Die Fronten verhärteten sich zunehmend und die radikalen Katholiken formierten sich 1576 in der sogenannten Heiligen Liga, die die Vernichtung der Protestanten zum Ziel hatte. Sie riefen die Generalstände in Blois ein, die die Annullierung des Friedens von Beaulieu-lès-Loches forderten. Kriegerische Auseinandersetzungen überzogen das Land. Die Armee des Herzogs von Anjou nahm wichtige protestantische Hochburgen ein (Montpellier, La Charité-sur-Loire, Issoire…). 1577 wurde ein weiterer Friedensvertrag in Bergerac unterzeichnet, der einerseits die religiösen Praktiken der Protestanten stark einschränkte und andererseits die Heilige Liga auflöste.

7. Religionskrieg (1579-1580)
Katharina von Medici versuchte weiterhin zwischen den Fronten zu vermitteln, jedoch weder Protestanten noch Katholiken gingen auf die Verhandlungen ein. Der Krieg spielte sich im Kampf um die protestantischen Hochburgen ab und fand 1780 seinen Abschluss im Vertrag von Fleix, der die protestantischen Städte für die nächsten sechs Jahre sicherte.

8. Religionskrieg (1585-1598)
Heinrich von Guise gewinnt immer mehr Einfluss auf Heinrich III. Unter seinem Druck stellt der König den Protestanten ein Ultimatum. Sie sollten entweder konvertieren oder das Land verlassen. Erneut entfachten blutige Kämpfe. Der Krieg verlief mit wechselnden Erfolgen und keine der Parteien konnte einen Sieg erlangen. Heinrich von Guise versuchte inzwischen, den König zu schwächen und übernahm die Regierungsmacht im Land. Am 23. Dezember 1588 ließ Heinrich III. seinen Widersacher Heinrich von Guise ermorden und verbündete sich mit Heinrich von Navarra. Nach dem Tod des Königs erklärte sich Heinrich von Navarra, als nächster Verwandter, zum König unter dem Namen Heinrich IV. Er versuchte das Land zu vereinen und proklamierte den Katholizismus zur offiziellen Religion in Frankreich, jedoch mit Tolerierung des protestantischen Glaubens. Dieser Kompromiss wurde im Edikt von Nantes festgehalten und beendete somit die Religionskriege in Frankreich.

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