Regionale Bauschulen der Romanik

Trotz der Gemeinsamkeiten, die durchaus einen übergreifenden Stil hervorbrachten, weist die romanische Architektur der regionalen Bauschulen doch bedeutende Unterschiede auf.

Die führende Rolle in der romanischen Architektur fiel der Region Burgund zu. Der am meisten verbreitete Typus war die tonnengewölbte dreischiffige Basilika. Die größte christliche Kirche dieser Zeit, die Abteikirche von Cluny, beeinflusste die Baumeister der Region nachhaltig. Wichtige Besonderheiten waren der Chorumgang und der Kapellenkranz, die sich während der Gotik in ganz Frankreich verbreiteten. Zu den bedeutendsten Beispielen der romanischen Architektur in Burgund zählen außer der zerstörten Abteikirche von Cluny noch die Bauten in Vézelay, Autun, Paray-le-Monial, Saint-Benoit-sur-Loire u.a.

Im Poitou wurden vor allem dreischiffige Hallenkirchen ohne Wandgliederung errichtet. Das Mittelschiff hatte ein Tonnengewölbe und die Seitenschiffe wiesen ein Kreuzgradgewölbe auf. Das Westportal war reich dekoriert, so dass dem Tympanon keine gestalterische Bedeutung zufiel. Besonders interessante Bauwerke befinden sich in Poitiers, Saint-Savin, Civray usw.

Die Kirchen in der Auvergne zeichneten sich durch eine außergewöhnliche Strenge und Einfachheit durch die massiven Wände aus Lava aus. Die Seitenschiffe wiesen die gleiche Höhe wie das Hauptschiff auf. Das Innendekor, mit Ausnahme der Verzierung der Kapitelle, fehlt vollständig. Zu sehen sind die Kirchen in Clérmont-Ferrand, Saint-Nectaire und Issoire.

Die normannischen Kirchen zeigen ebenfalls wenig dekorative Elemente. Im Unterschied zu den anderen Regionen haben die romanischen Basiliken in der Normandie nur einschiffige Querschiffe. Eine Besonderheit der Bauschule ist die Entwicklung des Rippengewölbes, das sich während der Gotik weit verbreitete. Schöne Beispiele dieser Architekturform findet man in Caen, Jumièges, Mont-Saint-Michel, Lessay und Saint-Martin-de-Boscherville.

Die aquitanische Bauschule ging bei der Lösung der Wölbung andere Wege und entwickelte die Penditifkuppel mit Tambour, die einen flüssigen Übergang von einem quadratischen Grundriss zur Kreiskuppel ermöglichte. Die Fassaden sind durch Blendarkaden gegliedert und mit zahlreichen Skulpturen dekoriert. Zu den wichtigen Beispielen der romanischen Architektur in Aquitanien zählen Bauwerke in Périgueux, Fontévrault, Angoulème usw.

Die Baumeister der Provence blieben lange Zeit der antiken Tradition treu. In ihren Dimensionen waren die einschiffigen Kirchen oder Saalkirchen eher bescheiden. Die Westfassade erinnert an den antiken Triumphbogen. Neben der Kirche befindet sich oft ein Kreuzgang, d.h. ein rechteckiger Innenhof mit überdachtem Säulengang. Zu sehen sind die Bauwerke in Gordes, Arles, Montmajour usw.

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