Radio

Die erste öffentliche Radioübertragung in Frankreich fand am 5. November 1898 statt. Der Industrielle Eugène Ducretet demonstrierte zusammen mit dem Ingenieur Ernest Roger die erste kabellose Funkverbindung zwischen dem dritten Stockwerk des Eiffelturms und dem Panthéon unter der Aufsicht der Académie des Sciences. Trotz des erfolgreichen Experimentes wurde die Entwicklung des Radios nur sehr langsam vorangetrieben. Erst seit 1905 etablierte sich das Radio als Kommunikationsmittel, vor allem für die militärische Nutzung, wovon hauptsächlich die Flotte profitierte. Die zivile Verbreitung des Radios wurde durch den ersten Weltkrieg unterbrochen und erst in den 20-er Jahren erfolgte eine breitere Verwendung des Mediums.

Der erste französische Radiosender Poste de la Tour Eiffel nahm seine Arbeit am 24. Dezember 1921 auf. Seine täglichen Sendungen dauerten eine halbe Stunde und beinhalteten eine Presseschau, den Wetterbericht und Musikdarbietungen. Nur einige Monate später wurde die Radioindustrie aktiv und lancierte die Einrichtung ihrer eigenen Sender (Radiola, Radio LL), nicht zuletzt um die Verkäufe ihrer Produkte zu fördern. Der Staat wollte nicht zurückstehen und gründete daraufhin den Radiosender Paris PTT, der dem neu gegründeten Ministerium Postes, télégraphes et téléphones unterstand. Die Presse erkannte früh die mögliche Konkurrenz durch das Medium Radio und dies veranlasste die größte französische Tageszeitung Le Petit Parisien ihren eigenen Radiosender Le Poste Parisien einzurichten, der bis zum 2. Weltkrieg einer der mächtigsten Sender blieb.
 
Während des 2. Weltkrieges stellten die meisten französischen Radiosender ihre Arbeit ein. Nach der Befreiung verkündete der Staat ein Monopol auf Radiostationen, was dazu führte, dass private Radiosender von der Bildfläche verschwanden. Das Programm der großen zentralen Radiosender war stark nach der Regierungspolitik ausgerichtet, während lokale Sender ein aufgelockertes und leicht verdauliches Angebot an Nachrichten und Musik darboten.
 
Die privaten Radiosender verzichteten jedoch nicht kampflos auf ihre Ausstrahlung. Sie platzierten ihre Sendestationen im Ausland in der Nähe der französischen Grenzen in Luxemburg, Andorra und Monte-Carlo und erreichten auf diese Weise einen großen Teil des französischen Publikums. Einige Radioamateure gingen noch weiter und unternahmen zahlreiche Versuche trotz des bestehenden Staatsmonopols eigene Programme auf den zugänglichen Frequenzen zu senden. Besonders populär waren Radio Ivre in Paris und Radio Campus in Lille. Erst im Jahre 1981 legalisierte François Mitterrand die sogenannten Piratensender. Die Aufhebung des Monopols führte zu einer explosionsartigen Verbreitung von halbprofessionellen und amateurhaften Radiosendern. Auf Grund der oftmals schlechten Qualität waren zahlreiche Sender jedoch gezwungen ihre Arbeit einzustellen. Nur wenige private Sender gingen aus diesem Konkurrenzkampf unbeschadet hervor und zählen heute zu den etablierten und angesehenen Medienunternehmen, wie z.B. NRJ und Fun Radio.
 
Wie in anderen Wirtschaftszweigen konnte sich auch das Radio dem Prozess der Konzentrierung nicht entziehen: kleinere Sender wurden von großen aufgekauft und schwächere vom Markt verdrängt. Heute dominieren wenige Konzerne die private Radiolandschaft (RTL Group, NRJ Group, NextRadioTV und Lagardère Active).
 
Bei den öffentlich-rechtlichen Radiosendern lässt sich eine ähnliche Entwicklung beobachten. Mit wenigen Ausnahmen (RFI) wird die Arbeit der öffentlichen Sender durch Radio France koordiniert. Zum größten Teil wird Radio France mit staatlichen Mitteln finanziert und ist für die Produktion und Ausstrahlung von Sendungen folgender Radiosender zuständig: France Info, France Culture, France Musique, der Jugendsender Le Mouv' und France Bleu, ein Zusammenschluss von 41 lokalen Sendern.

Tags: 

Terminkalender

S M D M D F S
 
 
 
 
 
1
 
2
 
3
 
4
 
5
 
6
 
7
 
8
 
9
 
10
 
11
 
12
 
13
 
14
 
15
 
16
 
17
 
18
 
19
 
20
 
21
 
22
 
23
 
24
 
25
 
26
 
27
 
28
 
29
 
30
 

Ferienhäuser

Hotels in Frankreich