Römerstraßen

Der Pragmatismus der römischen Architektur drückte sich am Besten im Straßenbau aus. Gleich nach der Eroberung neuer Gebiete errichteten die Römer breite gepflasterte Straßen, um einen raschen Truppentransport und die Versorgung weit entfernter Garnisonen zu gewährleisten. Natürlich profitierte auch der Handel von dieser Infrastruktur.

Die erste römische Straße in Gallien war die 250 km lange Via Domitia, die gleich nach der Eroberung der gallischen Mittelmeerküste von Gnaius Domitius Ahenobarbus, nach dem sie auch benannt ist, erbaut wurde. Sie verband Italien mit den eroberten Gebieten bis nach Spanien und verlief von Briançon über Nemausus (Nîmes) und Narbonne bis zur spanischen Grenze. Die Via Julia Augusta verlief von der italienischen Grenze entlang der Mittelmeerküste nach Tarascon, wobei sie in Aix-en-Provence einen Abzweig nach Arles aufwies, der sich zu einem wichtigen Knotenpunkt entwickelte. Von Narbonne aus ging die Via Aquitania, die eine Verbindung zur Gallia Aquitania herstellte.

Mit der Stabilisierung der römischen Macht in Gallien wurde nicht mehr Narbonne, sondern Lugundunum (Lyon) zum Sitz der gallo-römischen Verwaltung einschließlich der kirchlichen Institutionen. Lyon wurde folglich zu einem wichtigen Knotenpunkt im Straßennetz. Eine wichtige Straße verband die Mittelmeerküste mit der damaligen Hauptstadt. Die Via Agrippa verlief von Arles durch das Rhônetal über Orange und Valence nach Lyon. Von dort aus ging sie weiter über Amiens nach Boulogne-sur-Mer. Die Santonne-Straße wurde in westlicher Richtung von Lyon nach Limoges angelegt. In Clermont-Ferrand kreuzte sie den Caesar-Weg, der nach Saintes führte. Die Bolène-Straße verlief von Lyon nach Bordeaux, wo sie sich mit der von Süden kommenden Via Aquitania traf. Richtung der germanischen Grenze ging die Rhein-Straße, die von Lyon aus über das heutige Burgund und die Franche-Comté im Elsass bei Kembs eine Verbindung zum Rhein herstellte.
Außerdem verliefen mehrere strategisch wichtige Straßen nach Osten, die ihren Ausgang in Lyon, Vienne, Valence und Arles hatten und in die Alpen führten.

Alle Straßen verliefen geradlinig und wiesen nur mäßige Steigungen auf. Um die Sicherheit des Verkehrs zu gewährleisten wurden in regelmäßigen Abständen Kastelle errichtet. Nach jeder römischen Meile (1481,5 Meter) wurden Meilensteine aufgestellt, die die Entfernung zur nächstgelegenen Stadt anzeigten.

Die Straße selbst wurde sehr aufwendig gebaut. Auf dem verdichteten Boden wurden zunächst mehrere Schichten aus Lehm, Steinen, Kies und Sand aufgebracht. Auf diesem Fundament lagen Pflastersteine aus einem harten Gestein. Die fertige Straße war bis zu 10 Meter breit und konnte mit dem Fundament bis zu 2 Meter hoch sein. An der Seite der Straßen befanden sich Regenrinnen zur Ableitung des Regenwassers. In der Nähe von größeren Ortschaften errichtete man Fußgängerwege aus Lehm.

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