Merowinger

königliche Dynastie im Frankenreich, regierten Mitte des 5. Jahrhunderts bis 751.
 
Die Merowinger gelten als das erste königliche Geschlecht der Franken, die im 3. Jahrhundert in die römische Provinz Gallia Belgica kamen. Als Begründer der Dynastie wird Merowech genannt. Der Legende nach floss in seinen Adern das Blut zweier Väter: des Stammesführers Chlodio und eines Meeresungeheuers, das dem ersten Frankenkönig übermenschliche Kräfte und besondere Fähigkeiten vererbte, wie z.B. die Heilung durch Berührung, Weissagung und die Verständigung mit Tieren.
 
Mit der Schwächung der römischen Macht in Gallien, versuchten die Franken unter König Chlodwig I. die Nachfolge der zerfallenden römischen Herrschaft in Gallien anzutreten. Im Jahre 486 besiegte der 19 Jahre alte Chlodwig bei Soissons den Dux Syagrius. Um 500 wurden dann die Alemannen unterworfen. Die Westgoten wurden im Jahre 507 in der Schlacht von Vouillé mit Hilfe der Burgunder besiegt, bis schließlich auch die Burgunder im Jahre 532 bei Autun eine Niederlage erlitten. Auf diese Weise beherrschten die Franken ein riesiges Gebiet vom Rhein bis zu den Pyrenäen. Im Jahre 508 bekam Chlodwig die Insignien eines römischen Konsuls und zog in die neue Hauptstadt Paris ein.
 
Bald darauf starb Chlodwig I. und sein Reich wurde unter seinen vier Söhnen nach fränkischer Tradition zerstückelt und aufgeteilt. Jeder der vier Söhne bekam den Titel Rex Francorum und erhielt ein Gebiet um die Île-de-France mit Residenzen in Paris (Childebert I.), Reims (Theuderich I.), Orléans (Chlodomer), Soissons (Chlothar I.) und weitere Gebiete im Land. Diese juristische Gleichberechtigung der Frankenkönige führte im Endeffekt zu einem erbitterten Machtkampf zwischen den Brüdern. Nach dem Tod von Chlodomer ließen Childebert I. und Chlothar I. dessen Söhne ermorden. Letztendlich vereinte Chlothar I. das gesamte Reich unter seiner Herrschaft und teilte es unter seinen Söhnen auf: Charibert I. (Paris), Guntram I. (Burgund und Orléans), Sigibert I. (Austrasien) und Chilperich I. (Neustrien). In ständigen Machtkämpfen, Morden und Intrigen schwächte sich die Position der Monarchen. Der Hausmeier, der zunächst nur mit der Verwaltung des Hofes betraut war, bekam mit der Zeit mehr und mehr Macht und wurde schließlich zum eigentlichen Herrscher im Lande. Im Jahre 751 wurde der letzte merowingische Herrscher Childerich III. von dem Hausmeier Pippin III. abgesetzt. Im gleichen Jahr wurde Pippin III. mit Zustimmung des Papstes zum König gewählt und die neue Herrscherdynastie der Karolinger entstand.
 
Childerich III. hinterließ einen Sohn Theuderich, der jedoch ohne Nachkommen starb und mit ihm erlosch die Merowinger-Linie in der Geschichte. Nach einer Legende, gelang es der Frau von Dagobert II. ihren Sohn in der Rhedae (heute Rennes-le-Château) zu verstecken. Wenn das stimmt, dann leben die Nachkommen der Merowinger noch heute.

Herrscher der Merowinger:
Merowech
Childerich I.
Chlodwig I.
Theuderich I.
Theudebert I.
Theudebald
Chlodomer
Childebert I.
Chlothar I.
Sigibert I.
Childebert II.
Theudebert II.
Theuderich II.
Sigibert II.
Guntram I.
Charibert I.
Chilperich I.
Chlothar II.
Dagobert I.
Charibert II.
Sigibert III.
Dagobert II.
Childebertus adoptivus
Childerich II.
Chlodwig II.
Chlothar III.
Theuderich III.
Chlodwig IV.
Childebert III.
Dagobert III.
Chilperich II.
Chlothar IV.
Theuderich IV.
Childerich III.

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