Malerei des 20. Jahrhunderts

Die Malerei des 19. Jahrhunderts endete mit dem Impressionismus, der die realistische Darstellungsweise in der bildenden Kunst verneinte. Die Suche nach neuen Formen führte in Frankreich an der Schwelle zum 20. Jahrhundert mit dem Postimpressionismus zur Entstehung zahlreicher Kunstrichtungen. Der erste Stil der Moderne war der Fauvismus, der seinen Namen von dem französischen Wort Les fauves (dt. Die Wilden) bekam. So bezeichnete die Kritik die Teilnehmer einer Ausstellung in Paris im Jahre 1905 auf Grund ihrer krassen Gegeneinandersetzung von Farben und der Vereinfachung der Form. Vertreter dieses Stils sind Derain, Manguin, Marquet, Matisse, Puy, Valtat, Rouault, Van Dongen, Vlaminck, Braque, Dufy, deren Bilder sich durch eine hohe Intensität und Kraft der kontrastreichen Farben, eine schemenhafte Darstellung der Räumlichkeit, einen klaren Rhythmus in der Linienführung und eine Verzerrung von Form und Proportionen auszeichnen.

Ebenfalls aus dem Postimpressionismus entwickelte sich der Kubismus, der die Formschematisierung und Geometrisierung der Zeichnung von Cézanne weiter verfolgte, indem er die Formenvielfalt auf die Elementarfiguren Kugel, Kubus, Zylinder und Kegel reduzierte. Außerdem verzichteten die kubistischen Maler völlig auf die Verwendung der Luftperspektive und die Illusion der Räumlichkeit. Wichtig war den Kubisten (Delaunay, Duchamp, Gris, Marcoussis, La Fresnaye, Le Fauconnier, Léger, Lhote, Villon) die Darstellung eines Objektes, das aus verschiedenen Blickwinkeln auf eine Fläche gemalt wurde oder seine Zerlegung in einzelne Fragmente mit dem späteren Aufbau dieser Einzelzeile zu einer plastischen Komposition, der jedoch nicht den Gesetzen der Logik entsprach, sondern rein ästhetische Ziele verfolgte. Dabei konnten die vorderen Bildteile transparent gemalt werden, sodass sie den Blick auf verborgene Details erlaubten.

Wenn der Kubismus die abgebildeten Objekte noch aus der realen Welt bezog, hatte der Dadaismus (Marcel Duchamp, Francis Picabia) und später der Surrealismus die Absicht eine neue Realität mit ihren Bildern zu erschaffen. Der Surrealismus als Stilrichtung der modernen Malerei entstand in Paris um die literarische Zeitung La Révolution surréaliste und zog zahlreiche Maler aus unterschiedlichen Ländern an. Neben den Franzosen André Masson, Marcel Duchamp und Yves Tanguy arbeiteten der Elsässer Hans Arp, die Spanier Salvador Dalí und Joan Miró, der Belgier Paul Delvaux, der Deutsche Max Ernst und der aus Russland stammende Marc Chagall in diesem Stil. Ihre Bilder stellen eine irreale Welt in einer Kombination von detailgetreuen Abbildungen und abstrakten Formen dar, mit dem Ziel die reale Existenz des Unbewussten auszudrücken. Die Themen wurden mit Hilfe von komplizierten Assoziationen (Träume, Alpträume, Phantasien, Visionen...) und widersprüchlichen Realitäten (Festes zerfließt, Schweres schwebt, Lebendiges fault...) umgesetzt. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges jedoch verließen zahlreiche Maler Europa und das Zentrum der Bewegung rückte in die USA.

Bereits bei den Malern des Kubismus waren erste abstrakte Tendenzen zu beobachten, die durch die Verbreitung der Fotographie noch an Bedeutung gewannen. Mit der Fotographie gelang es nun die Wirklichkeit detailgetreu abzubilden und somit verlor die Malerei ihr Monopol auf eine abbildende Funktion und entwickelte sich in eine gegensätzliche Richtung. Diese gegenstandslose Malerei abstrahierte sich von den Objekten der realen Welt und das Kunstwerk selbst verstand sich als eigenständige Realität. In Frankreich entwickelte sich die abstrakte Kunst in den 40er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Besonders erfolgreich war die Stilrichtung Tachismus, was auf deutsch Fleckwerk bedeutet. Die Maler des Tachismus (Georges Mathieu, Roger Bissière) trugen spontan und ohne rationale Kontrolle Farbflecken auf die Leinwand auf, um sich von dem Unbewussten lenken zu lassen.

In den 60er Jahren entstand aus dem geometrischen Abstraktionismus eine neue Stilrichtung, die Op-Art, die sich durch komplizierte Licht- und Farbeffekte auszeichnet. Als Begründer der Op-Art gilt Victor Vasarély, der überwiegend in Frankreich arbeitete und dort zahlreiche Mitstreiter fand, wie z.B. die Groupe de Recherche d'Art Visuel mit François Morrelet, Joël Stein und Yvaral.

Die Kunst im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts (kinetische Kunst, Hyperrealismus, Neoexpressionismus...) sprengte die nationalen Grenzen und nahm immer internationaleren Charakter an, so dass seit dem Surrealismus keine rein französische Stilrichtung in der Malerei auszumachen ist. Durch internationale Kolloquien, Ausstellungen und nicht zuletzt Auktionen sind die modernen französischen Maler in der ganzen Welt präsent, genauso wie ausländische Maler in Frankreich.

Tags: 

Terminkalender

S M D M D F S
 
 
 
 
 
 
1
 
2
 
3
 
4
 
5
 
6
 
7
 
8
 
9
 
10
 
11
 
12
 
13
 
14
 
15
 
16
 
17
 
18
 
19
 
20
 
21
 
22
 
23
 
24
 
25
 
26
 
27
 
28
 
29
 
30
 
 
 
 
 
 
 

Ferienhäuser

Hotels in Frankreich