Malerei der Vorzeit und der Antike

Die ältesten Zeugnisse der Malerei befinden sich in den ersten Wohnstätten der Steinzeit. In dieser Epoche lebten die Menschen als Jäger und Sammler und suchten in Höhlen einen Schutz vor Kälte, Niederschlägen und wilden Tieren. Nicht selten schmückten Zeichnungen die Wände, die auch heute noch, z.B. in den Höhlen von Chauvet, Cussac, Gouy, Lascaux, Bédeilhac und Gargas, bestaunt werden können. Diese Kunstwerke wurden mit Feuersteinen in die Höhlenwände eingeritzt oder mit einer Mischung aus Erdfarben mit tierischen oder pflanzlichen Zusätzen aufgetragen. Die Beweggründe der ersten Maler zur Erschaffung ihrer Kunstwerke waren bestimmt sehr unterschiedlich. Viele Zeichnungen stellen das tägliche Leben dar (z.B. Jagdszenen, Tiere, Menschen) und sind möglicherweise Ausdruck eines religiösen Kultes oder laut neuesten Theorien ein Abbild des Sternenhimmels. Die Bedeutung der zahlreichen abstrakten Zeichen (Punkte, Wellen, Rechtecke) ist noch nicht entgültig geklärt. Manche Werke kann man erst auf den zweiten Blick erkennen, dann aber eröffnet sich dem Betrachter ein ausdrucksstarkes Bild, das durch die Unebenheit des Untergrundes noch plastischer wirkt.

Die nachfolgenden geschichtlichen Epochen bis zur Antike hinterließen keine Zeugnisse der Malerei im engeren Sinne. Vielmehr herrschte die Steinmetzkunst mit in Stein geritzten einfachen Ornamenten während der Megalithkultur und das Kunsthandwerk mit ornamentaler Dekoration von Waffen, Gebrauchsgegenständen oder Schmuck während der keltischen Epoche vor. Mit der römischen Eroberung Galliens endete die eigenständige Geschichte der keltischen Kunst auf französischem Boden und nur einzelne Stilelemente wurden in die Kunst der Antike integriert.

Die gallo-römische Malerei zeigt sich in Form von Wandgemälden und Mosaiken. Die Technik des Mosaiks wurde vor allem für die Fußbodengestaltung, sowohl für öffentliche Gebäude, als auch für die Villen reicher Patrizier verwendet. Der Themenkreis umfasste die Darstellung von Mythen, Szenen aus dem alltäglichen Leben, Landschaftsbilder, Stilleben... Häufig wurde das Bild mit eindrucksvollen Ornamenten umrahmt. In der Komposition bediente man sich häufig der Luftperspektive, wodurch weiter entfernte Objekte weniger farbintensiv und verschwommen dargestellt wurden. Besonders eindrucksvoll ist das 224 qm große Mosaik in Grand, das Nereiden-Mosaik in Nîmes, die Zirkusspiele in Lyon oder der Raub von Europa in Arles. Meist sind nur unvollständige Fragmente erhalten geblieben, andere Zeugnisse der Mosaikkunst wurden leider zerstört oder sogar mutwillig zerschlagen. Dieses Schicksal erlitt eines der größten Mosaike auf französischem Boden in Saint-Romain-en-Gal. Der Nachbar des Besitzers dieses Kunstwerkes zerschlug aus Eifersucht das Mosaik, das dadurch nur als Aquarell überliefert ist.

Die Wände und Decken der Gebäude wurden oft mit Wandmalereien versehen. Sie standen meist im Dienste der Architektur und kaschierten die Verwendung von minderwertigem Baumaterial, indem die Struktur eines hochwertigen Materials nachgeahmt wurde oder bewirkten mit ihren Farbschattierungen eine optische Vergrößerung des Raumes. Dieser Effekt wurde noch durch die Aufteilung der Wand in horizontal gegliederte Felder verstärkt, auf welchen Figuren oder Landschaften dargestellt waren. Auch die Decken wurden nicht selten mit Malereien verziert, wobei die Form des Bildes dem Gewölbe angepasst wurde. Für die Deckengestaltung wurden bevorzugt mythologische Motive verwendet. Leider sind die Wand- und Deckenmalereien aus dieser Epoche noch seltener als die Mosaike erhalten geblieben, da die verwendeten Pigmentfarben durch mehrfache Umgestaltung und Renovierung zerstört wurden. Ein seltenes Beispiel der gallo-römischen Deckenmalerei in Frankreich besitzt die Stadt Langon in der Kapelle Sainte-Agathe mit zwei Venusdarstellungen.

Die Christianisierung Galliens beendete diese Kunstepoche. Die Malerei des Mittelalters entwickelte sich weitgehend eigenständig und hatte nicht die Raumdekoration oder das Anstreben eines Schönheitsideals zum Ziel. Wichtig war vielmehr der symbolische Ausdruck der Religiosität und tiefen Spiritualität, sowie der moralische Lehrzweck.

Foto: CNP. Ministère de la Culture

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