Malerei der Renaissance

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war Frankreich der größte absolutistische Staat in Westeuropa und seine Könige genossen beachtliches Ansehen in der Politik und in der Kultur. Der königliche Hof entwickelte sich zum kulturellen Zentrum des Landes, wo sich zahlreiche Philosophen und Künstler aus ganz Europa aufhielten. So lud Marguerite de Navarre, Schwester von Franz I., die talentierten italienischen Maler Le Rosso, Le Primatice und Antonio Fantuzzi ein, um das königliche Schloss von Fontainebleau zu dekorieren. Die italienischen Künstler gründeten eine Schule, der sich zahlreiche französische Maler (Jean Mignon, Geoffroy Dumoûtier, Léonard Limosin, Juste de Juste, Antoine Caron) anschlossen. Die Zusammenarbeit erwies sich als sehr fruchtbar, weil sich der italienische Manierismus mit seiner Farbenpracht und seinen pompösen Kompositionen und die sorgfältige Technik der französischen Künstler gegenseitig befruchteten. Dies führte zu einer erfolgreichen Integration der italienischen Renaissance in die französische Kunst. Die Schule von Fontainebleau dominierte vor allem in den ornamentalen und dekorativen Künsten und beeinflusste die französische Malerei stark .

Nach dem Tod Franz I. bekamen die Maler der Fontainebleau-Schule zunächst die notwendige Unterstützung, die jedoch während der Regierungszeit Heinrichs III. auf ein Minimum reduziert wurde. Erst unter Heinrich IV. lebte die Schule von Fontainebleau neu auf, jedoch brachten der Generationenwechsel neue Künstler (Toussaint Dubreuil, Martin Fréminet, Ambroise Dubois…) und eine neue Kunstsprache mit sich, die sich vom Manierismus abgrenzte. Diese sogenannte zweite Schule von Fontainebleau führte neben mythologischen und allegorischen Themen neue Inhalte ein, die durch literarische Werke inspiriert waren. Außerdem veränderte sich die Farbgestaltung hin zu wärmeren Tönen.

Eine weitere bedeutende Richtung der französischen Malerei der Renaissance war die Porträtmalerei. Besonders berühmt in diesem Genre war Jean Clouet, Hofmaler Franz I. der in sorgfältig gemalten Bildern nicht nur den König, sondern auch seine gesamte Umgebung verewigte. Dadurch dass Jean Clouet zahlreiche zeitgenössische Maler an seinen Arbeiten beteiligte, weitete sich sein Stil aus und er kann als Begründer der französischen Schule der Porträtkunst angesehen werden. Sein Sohn François Clouet übernahm nach dem Tod seines Vaters die Stellung des offiziellen Hofmalers und setzte sein Werk fort, so dass die Bilder der beiden Maler schwer zuzuordnen waren. François Clouet besticht in seinen Werken durch intensive und klare Farben und stellt neben der sorgfältigen Ausarbeitung des Charakters der dargestellten Person eine spezifische Eigenheit des Modells in den Vordergrund. Ebenfalls ausgezeichnete Porträtmaler waren Jean Cousin und sein gleichnamiger Sohn, die in ihren Werken deutlich die Einflüsse der Fontainebleau-Schule erkennen lassen. Die persönliche Interpretation ihrer italienischen Vorbilder Primaticcio und Rosso, sowie die Verwendung von originellen Perspektiven bei der Bildkomposition machen sie zu herausragenden Vertretern der französischen Renaissance.

Die Errungenschaften dieser Epoche schufen die Basis für die Entwicklung der nationalen Schule der französischen Malerei, die in der Malerei der Klassik ihre logische Fortsetzung fand.

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