Literatur des 19. Jahrhunderts

Nach dem Atheismus und Materialismus des 18. Jahrhunderts setzte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Romantik (Chateaubriand, Hugo) durch. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wurde die Romantik durch den Realismus (Flaubert) und den Naturalismus (Zola) ersetzt.

Die französische Romantik entstand aus der Philosophie von Rousseau, der die Gefühle über die Vernunft stellte. François-René de Chataubriand entwickelte dessen Ideen unter der Prämisse des tiefen Subjektivismus weiter. Um die wieder in den Vordergrund tretenden persönlichen Gefühle und Erlebnisse besser darzustellen, wurde die Handlung in eine exotische Umgebung integriert und die handelnden Personen mit einem außergewöhnlich starken Charakter versehen. Mme de Staël schuf die theoretischen Grundlagen der neuen Literatur und lieferte Argumente für die Auflehnung der jungen Literaten gegen den Klassizismus. Vor Allem die Dichtung mit Werken von Alphonse de Lamartine, Victor Hugo, Alfred de Vigny und Alfred de Musset gewann die Oberhand über die distanzierte und künstliche Lyrik der Aufklärung. Die jungen Romantiker gruppierten sich um Charles Nodier und gründeten den literarischen Club Cénacle, der rasch zum Zentrum der romantischen Bewegung wurde. Immer mehr Künstler bekannten sich zur Romantik und traten dem Cénacle bei. Man fand Literaten wie Alexandre Dumas, Théophile Gautier, Sainte-Beuve, Prosper Mérimée und Gérard de Nerval, sowie den Maler Delacroix. Nach der Aufnahme des anerkannten Führers der Romantik Victor Hugo in die Académie Française wurde die Romantik zur offiziellen literarischen Richtung in Frankreich und erreichte immer breitere Kreise. Zu dieser Richtung zählen die literarischen Meisterwerke von George Sand, Benjamin Constant, Honoré de Balzac, Xavier de Maistre und Claude Tillier.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die realistischen Tendenzen, die bereits in den Werken der Romantiker Balzac, Mérimée und Stendhal sichtbar waren, noch verstärkt. Man versuchte mit literarischen Mitteln vom Standpunkt eines neutralen Beobachters aus die Realität objektiv und leidenschaftslos wiederzugeben. Die wichtigsten Vertreter des Realismus waren Gustave Flaubert, Charles Baudelaire, die Gebrüder Goncourt, Alphonse Daudet u.a.

Emile Zola erweiterte das objektive Beobachten um die quasi wissenschaftliche Analyse der sozialen Umstände, die das Handeln der einzelnen Personen bestimmten. Auf Grund der naturgetreuen Wiedergabe aller auch noch so winzigen Details (Landschaft, Kleidung, Mimik…) bekam diese Richtung den Namen Naturalismus, deren bedeutende Anhänger auch Guy de Maupassant, Joris-Karl Huysmans, die Gebrüder Margueritte u.a. waren.
 
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