Literatur der Klassik

Das 17. Jahrhundert wird traditionell als das Jahrhundert der Klassik bezeichnet, obwohl in seinem Verlauf zwei aufeinander folgende Strömungen auftraten – Barock und Klassik. Das Barock entwickelte sich in enger Anlehnung an die Literatur der Renaissance, die durch die Antike inspiriert wurde und beherrschte die Literatur bis in das Jahr 1660. Die für das Jahrhundert namensgebende Klassik dauerte kaum ein Viertel Jahrhundert und entsprach der ersten Hälfte der Herrschaft Ludwigs XIV. Barock und Klassik können jedoch nicht gesondert betrachtet werden, vielmehr durchdrangen und befruchteten sich beide Strömungen gegenseitig. Bereits während des Barocks wurde durch Malherbe eine klassizistische Richtung vorgegeben. Andererseits existierten barocke Tendenzen selbst während der Blütezeit des Klassizismus.

Das Ende des Jahrhunderts war durch die literarische Fehde, die sogenannte Querelle des Anciens et des Modernes, geprägt, was zur Schwächung des Klassizismus führte und neue Tendenzen ankündigte, die ihren Höhepunkt in der Literatur der Aufklärung fanden.

Geschichtlich gesehen war das 17. Jahrhundert in Frankreich geprägt durch die Stärkung der Absoluten Monarchie. Nach dem Edikt von Nantes wurde durch die Beendigung der Religionskriege ein innerer Frieden, verbunden mit einer wirtschaftlichen Stabilisierung, erreicht. Viel wichtiger waren jedoch die Anstrengungen zweier bedeutender Staatsmänner, Richelieu und Mazarin, die entscheidend zur Festigung des Absolutismus beitrugen, nicht nur in politischen, sondern auch in kulturellen Bereichen. Druckgenehmigungen, Zensur, Staatspensionen, sowie die Académie Française waren damals effektive Mittel, um das literarische Schaffen in die gewünschte Richtung zu lenken.

Das literarische Schaffen unterlag mehr und mehr strengen Regeln: die Gedanken sollten klar strukturiert, die Sprache frei von Dialekt und Fremdwörtern sein. Außerdem entwickelte sich ein Regelsystem praktisch für jede literarische Gattung. So z.B. wurde die Dichtung eindeutig klassifiziert, mit genauen Vorschriften für jede Untergattung. Noch strengere Regeln galten für das Theater. So musste eine Tragödie dem Gesetz der Drei Einheiten entsprechen:

  • Einheit der Zeit – max. 24 Stunden
  • Einheit des Raumes – die Handlung darf sich nur in einem "Raum" bewegen
  • Einheit der Handlung – in dem ganzen Werk darf es nur eine Haupthandlung geben, die Nebenhandlungen sollten ihr klar untergeordnet werden.

Da die Prosa als eher minderwertig angesehen wurde, widmeten sich nur wenige Schriftsteller ausschließlich dieser Gattung. Auf Grund des niedrigen Ansehens entzog sie sich dem Regelwerk und entwickelte sich eigenständig.

Rückblickend war die französische Literatur dieser Zeit durch den Konflikt zwischen den Zwängen der absolutistischen Kulturpolitik und der künstlerischen Freiheit des Schriftstellers geprägt. Diese Auseinandersetzung brachte Werke hervor, die zu den bedeutendsten literarischen Errungenschaften in Frankreich zählen.

Dichtung

Prosa

Theater
Tragödien

Komödien

Tragikomödien

Tags: 

Terminkalender

S M D M D F S
 
 
1
 
2
 
3
 
4
 
5
 
6
 
7
 
8
 
9
 
10
 
11
 
12
 
13
 
14
 
15
 
16
 
17
 
18
 
19
 
20
 
21
 
22
 
23
 
24
 
25
 
26
 
27
 
28
 
29
 
30
 
31
 
 
 

Ferienhäuser

Hotels in Frankreich