Literatur der Aufklärung

Die literarische Entwicklung im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts bahnte den Weg für die kommende Literatur der Aufklärung, die nicht zuletzt auf Grund der gesellschaftlichen Veränderungen zahlreiche Unterschiede zur Literatur der Klassik aufwies. Das aufstrebende Bürgertum, das Ende des 17. Jahrhunderts noch ins Lächerliche gezogen wurde, bekam in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine breite Anerkennung und wurde nach der Französischen Revolution zur dominanten Kraft in der Gesellschaft und verdrängte konsequent den Adel und die Kirche aus den bisher geltenden Machtstrukturen. Die Vernunft wurde zum tragenden Pfeiler der Gesellschaft und siegte über die kirchlichen Dogmen und die Autorität der Staatsgewalt. Die Literatur als Instrument der Aufklärung spielte in diesen Prozessen eine entscheidende Rolle. Die großen Schriftsteller dieser Periode versuchten die Gesellschaft zu verändern und schlugen politische und soziale Reformen vor. Dabei verloren sie jedoch ihr Publikum nicht aus den Augen und schufen keine theoretischen Abhandlungen, sondern verpackten ihre Ideen in gefällige Werke. Um dieses Ziel zu erreichen, war die Gattung der Prosa am Besten geeignet, die von den großen Philosophen Montesquieu, Voltaire, Diderot und Jean-Jacques Rousseau geprägt wurde. Die zeitgenössische Prosa verzichtete auf globale Betrachtungsweisen und stellte das Individuum in den Mittelpunkt der Handlung. Die subjektiven Ansichten und Gefühle der handelnden Personen rücken in den Mittelpunkt der Erzählung und ermöglichen eine kritische Sichtweise der Gesellschaft. Formal gesehen wurde vorzugsweise die Erzählung in Ich-Form verwendet (Brief- und Memoirenromane, fiktive Reiseberichte…), um die Authentizität noch zu verstärken.

Da der philosophische Geist im 18. Jahrhundert sehr im Vordergrund stand, genoss die lyrische Dichtung wenig Popularität und nur einzelne Dichter (André Chénier, Jean-Baptiste Rousseau) konnten sich in diesem Genre durchsetzen. Man bevorzugte dagegen kritisch satirische Kurzgedichte in leichter und frivoler Form, die z.B. von Voltaire, Parny und Piron in ausgezeichneter Weise verfasst wurden.

Das Theater des 18. Jahrhunderts verabschiedete sich schnell von der strengen Regelhaftigkeit des Klassizismus. Vor Allem die Tragödie geriet in die Kritik des moralisierenden Bürgertums und nur einzelne Schriftsteller nahmen sich dieser Gattung an. Die Komödie des 18. Jahrhunderts knüpfte an den Erfolg von Molière an. Gemäß dem Zeitgeist bewegte sie sich jedoch weg vom ausschließlich komischen zum einfühlsamen Theater bei Destouches und Diderot, zum analytischen bei Marivaux und bis zur sozialkritischen Komödie bei Beaumarchais.

Die realistischen Tendenzen dieser Epoche weichen in der Literatur des 19. Jahrhunderts der Romantik, der auf der Vorstellungskraft des Autors und der Darstellung von starken individuellen Gefühlen basiert.

Dichtung

Prosa

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