Lancelot en prose

Le Lancelot en prose (1215-35).

Es ist vermutlich der erste Prosaroman der franz. Literatur und bearbeitet den von Chrétien de Troyes übernommenen Artus-Lancelot-Graal-Stoff. Das sehr umfangreiche Werk wurde vielleicht unter der Leitung eines (nicht namentlich bekannten) Chefredaktors von mehreren Autoren verfasst und ist in über 60 Handschriften und in mehreren unterschiedlichen Versionen überliefert; es war also sehr erfolgreich und wurde entsprechend häufig abgeschrieben (was inzwischen übrigens nicht mehr nur in klösterlichen Skriptorien geschah, sondern zunehmend auch in gewerblichen städtischen Schreibwerkstätten).

Der Lancelot ist der Prototyp des um die Themen Abenteuer, Kampf und Liebe kreisenden Ritterromans, einer seit Chrétien de Troyes sehr beliebten und bis hin zu Rabelais' parodistischem Pantagruel (oder Cervantes' Don Quijote) verbreiteten Gattung. Mit seiner Verklärung des Rittertums entsprach der Lancelot (wie auch andere Ritterromane nach ihm) offenbar nicht zuletzt einem Evasionsbedürfnis des franz. Adels, dessen Macht ab spätestens 1200 durch den energischen König Philipp II. August und seine Nachfolger stark eingeschränkt wurde. Das Buch kam aber sichtlich auch dem Unterhaltungsbedürfnis von Bürgern in den wachsenden und wirtschaftlich aufstrebenden Städten entgegen.

nach: Prof. Gert Pinkernell,
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