Karolinger

frz. Königsgeschlecht.

Die Karolinger waren eine Herrscherdynastie im Frankenreich. Der Stammvater dieser Dynastie war Karl Martell, ein Hausmeier aus dem Geschlecht der Arnulfinger, der den Machtkampf um die Krone zu Gunsten seines Sohnes Pippin dem Jüngeren entscheiden konnte.

Als bedeutendster Vertreter der Karolinger gilt Karl der Große, der das Reich vereinte und nach Süden und Osten erweiterte. Während seiner Regierung intensivierte sich die Beziehung zur katholischen Kirche. Er wurde im Jahre 800 von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt und verpflichtete sich im Gegenzug das Land zu christianisieren. Nach seinem Tod erbte sein einziger überlebender Sohn Ludwig der Fromme das Reich. Nach karolingischer Tradition ließ er noch zu seinen Lebzeiten seinen Sohn Lothar I. zum Mitkaiser krönen, die beiden anderen Söhne Ludwig II. der Deutsche wurde in Bayern und Pippin I. in Aquitanien zum König gekrönt. Als der vierte Sohn aus seiner zweiten Ehe Karl II. der Kahle geboren wurde wollte Ludwig der Fromme das Land neu aufteilen. Seine älteren Söhne rebellierten und zwangen ihren Vater im Jahre 832 zur Abdankung. Lothar I. wurde zum alleinigen Kaiser proklamiert, worauf Ludwig II. der Deutsche und Pippin I. von Aquitanien sich wieder mit ihrem Vater verbündeten und ihren Halbbruder Karl II. der Kahle bei der Reichsaufteilung berücksichtigten. Mit vereinten Kräften schlugen sie am 25. Juni 841 Lothar I. bei Fontenoy in Burgund. Nach dieser Niederlage wurde er gezwungen mit seinen Brüdern neu zu verhandeln. Im Vertrag von Verdun wurden die strittigen Gebiete zwischen den drei Brüdern aufgeteilt. Karl II. der Kahle bekam Gallien, Ludwig II. herrschte über Deutschland und Lothar I. erhielt die Gebiete dazwischen (Lothringen, Rheinland, Provence und Oberitalien), die nach seinem Tode zwischen den zwei Brüdern wieder aufgeteilt wurden. Nach dem Tod von Pippin I. von Aquitanien zwang Karl II. der Kahle dessen Sohn ins Kloster Senlis und übernahm seine Gebiete.

Auf diese Weise herrschte Karl II. der Kahle über das Territorium, das annähernd dem heutigen Frankreich entsprach. Daher gilt der Vertrag von Verdun als Geburtsdatum von Frankreich. Jedoch verloren seine Nachfolger Ludwig II. der Stammler, Ludwig III. und Karl III. der Einfältige mehr und mehr Macht an den aufstrebenden Adel, der nur durch Landschenkungen seine Unterstützung zusicherte. Als kein Land mehr verteilt werden konnte, verloren die Herrscher ihren Einfluss und das Land zerfiel in zahlreiche mehr oder weniger selbständige Grafschaften. Ein besonders großes Ansehen gewannen die Grafen von Paris, die die Verteidigung des Reiches gegen normannische Einfälle übernahmen, da der König über keinerlei Macht und notwendige Mittel verfügte. Dieser Prozess der Schwächung der karolingischen Dynastie fand seinen Abschluss im Jahre 987 als Hugo Kapet, Graf von Paris, sich von den Großen des Reiches zum König wählen ließ. Er wird damit zum Begründer der neuen Dynastie der Kapetinger.

In Deutschland kam nach dem Tod des letzten ostfränkischen Königs aus der Dynastie der Karolinger Ludwig des Kindes der Frankenherzog Konrad I. an die Macht, beendete damit die Herrschaft der Karolinger im Osten des ehemaligen Imperiums Karl des Großen und bekräftigte die Trennung zwischen Frankreich und Deutschland.
 
Französische Könige aus dem Geschecht der Karolinger:
Pippin III., der Kurze, 751-768
Karl I. der Große, 768-814
Ludwig I. der Fromme, 814-840
Karl II., der Kahle 840-877
Ludwig II. 877-879
Ludwig III. 879-882
Karlmann 879-884
Karl III., der Dicke 884-887
Karl III., der Einfältige 898-923
Rudolf von Burgund 923-936
Ludwig IV. 936-954
Lothar IV. 954-986
Ludwig V., der Faule 986-987

 

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