Heldenlieder

Die Heldenlieder gehen auf die Tradition der lateinischen Epen zurück. Die französische Bezeichnung für dieses Genre – Chansons de geste – ist ebenfalls ein Lehnwort aus dem Lateinischen: der Plural – gesta – bedeutet "Handlungen", was später zu "Heldentaten" erweitert wurde. Auf diese Weise stehen die Heldentaten des Königs oder seiner Gefolgsleute im Mittelpunkt des Heldenliedes.

Die Heldenlieder hielten ihren Einzug in die französische Literatur nicht direkt von der antiken Epik, sondern von den Heiligenviten aus. In der Tat weist das Leodegarlied und das Alexiuslied mehrere Charakteristika auf, die sich ebenfalls in den Heldenliedern wiederfinden: Rezitative Vortragsweise, Versform usw.

Die Autoren der Heldenlieder sind namentlich weitgehend unbekannt. Es waren die Trouvères, die von Stadt zu Stadt reisten und auf den Jahrmärkten oder bei großen Festen die Lieder mit musikalischer Begleitung vortrugen. Seit dem 11. Jh. begannen die Kleriker, die zu der Zeit die einzige Schicht mit Schriftkenntnissen waren, diese Werke aufzuzeichnen. Nicht selten begleiteten sie auch die Trouvères auf ihren Reisen.

Die Trouvères besangen in ihren Liedern historische Ereignisse (Kampf der französischen Könige gegen die Sarazenen, Kreuzzüge, Auseinandersetzungen zwischen Baronen...), die jedoch mit märchenhaften Elementen ausgeschmückt wurden. Mit der Zeit trat das eigentliche Ereignis in den Hintergrund und das Märchenhafte (Monster, Riesen, Zauberei) dominierte.

Im Mittelpunkt der ersten Heldenlieder stehen die Taten Karls des Großen und seiner Verbündeten. Traditionell werden diese Lieder zum sogenannten Königszyklus zusammengefasst, worunter das Rolandslied als berühmtestes Beispiel fällt.

Mit der Schwächung der königlichen Macht treten die Vasallen in den Vordergrund. Eine besondere Rolle spielt Guillaume d’Orange, ein getreuer Untertan, der sich für seinen Herrscher aufopfert und das Königtum rettet. Die Heldenlieder über Guillaume d’Orange bilden den sogenannten Wilhelmszyklus.

Der Baronenzyklus (Empörerepos) beschäftigt sich thematisch mit den Feudalkämpfen zwischen rivalisierenden Baronen. Dieser Zyklus ist weniger homogen und schließt mehrere Helden ein: Doon de Mayence, Gormont und Isembart, Raoul de Cambrai, Ogier...

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