Geschichte: Gallo-römische Periode

Die Besetzung Galliens durch die römische Armee, die ca. 500 Jahre dauerte, erfolgte in zwei Etappen.

Zuerst kam die römische Armee Anfang des 2. Jahrhunderts v.Chr. nach Südfrankreich, um angeblich der von den Kelten bedrohten Bevölkerung der griechischen Kolonie Massalia (Marseille) Hilfe zu leisten. Hinter dieser Hilfe standen aber strategische Interessen. Zu diesem Zeitpunkt besaßen die Römer umfangreiche Gebiete in Spanien. Mit der Eroberung Südfrankreichs schufen sie eine direkte Landverbindung. Nicht verwunderlich, dass eine der ersten Bauten in dieser Region die Via Domitia war - eine breite Straße zwischen den Alpen und den Pyrenäen, die eine schnelle Truppenbewegung nach Spanien garantierte.

In sieben Jahren (125. – 118. v.Chr.) besetzten die Römer das Territorium der heutigen Provence und die Mittelmeerküste. Die Hauptstadt der neu gegründeten Römischen Provinz war Narbo – heute Narbonne.

Um 60. v.Chr. bedrohten die Germanen unter Ariovist die Kelten im Osten Galliens, die das mächtige Rom um Unterstützung baten. Der römische Prokonsul Caesar ließ nicht auf sich warten und besiegte die Germanen und ihre Verbündeten. Mit viel diplomatischem Geschick nutzte Caesar die Rivalität zwischen den verschiedenen gallischen Stämmen und besetzte ganz Gallien vom Rhein bis zum Atlantik.

Bei der Erweiterung nach Norden und Osten stießen die Besatzer auf Widerstand der keltischen und germanischen Stämme. Erst im Jahre 52 v.Chr. nach der Schlacht von Alesia, gelang es Caesar den Widerstand der Kelten zu bezwingen und ganz Gallien zu unterwerfen.

Nach dem römischen Sieg wurden die Gefangenen versklavt und das Land ging in das Eigentum von Rom über. Im großen und Ganzen bewirtschafteten die Gallier weiterhin ihr Land, aber bei Bedarf konnte Rom es für sich beanspruchen, um eine neue Kolonie zu gründen, es zu verkaufen oder es als Belohnung an Kriegsveteranen zu verschenken. Außerdem wurden zahlreiche Steuern eingeführt. Seit Augustus wurde jede Familie je nach Besitz versteuert. Die Besteuerung erfolgte durch einen römischen Beamten auf die Dauer von 15 Jahren. Auch tiefgreifende Veränderungen innerhalb der Familie (Tod von Angehörigen, Feuer, Zerstörung, Ernteausfälle...) änderten den Steuersatz nicht und stürzten ganze Familien in Armut und Ruin.

Um das Land besser zu verwalten wurde das Territorium Galliens zunächst in vier Provinzen aufgeteilt:

  • Gallia Narbonensis
  • Gallia Aquitania
  • Gallia Belgica
  • Gallia Lugudunensis

Diese Provinzen setzten sich aus Civitates zusammen, die weitgehend den Grenzen der einzelnen Stämme entsprachen. War eine Civitas sehr groß, wurde sie in Pagi unterteilt. Die Verwaltung des gallischen Civitas erfolgte nach dem römischen Modell. Die zentrale Rolle spielte der Senat, der von einer Volksversammlung gewählt wurde. Ihm wurden die Beamten unterstellt, die jährlich ernannt wurden und für die Umsetzung der Gesetze und Steuern verantwortlich waren. Einmal pro Jahr versammelten sich die Abgesandten der Civitates in Lyon, der damaligen Hauptstadt Galliens.

Den Galliern wurde der Zugang zu der neu geschaffenen römischen Gesellschaft nicht versagt. Zuerst öffnete sich die römische Armee für die gallische Bevölkerung. Die Gallier konnten nicht nur als einfache Soldaten kämpfen, sondern erlangten auch höhere Positionen. Nach 25 Jahren Dienst erhielt jeder eine hohe Belohnung und das römische Bürgerrecht. Seit dem Imperator Claudius bekam der gallische Adel auch die Möglichkeit, sich in der Verwaltung zu betätigen. Bedingung hierfür war die Beherrschung der lateinischen Sprache und die Annahme der römischen Religion. Ebenfalls eine wichtige Rolle in der Integration der gallo-römischen Gesellschaft spielten die Städte, die in großer Anzahl besonders im Süden und Nordosten Galliens entstanden. Sie wurden auf den Plätzen der gallischen Oppida und an strategisch wichtigen Stellen errichtet. Steinhäuser, Stadtmauer, Tempel, Theater, Triumphbogen und Thermen bestimmten das Stadtbild. In diesen Städten befand sich die römische Verwaltung und römische Garnisonen. Mit der Zeit zog auch der gallische Adel in die Städte, die sich zu wichtigen Kultur- und Wirtschaftszentren entwickelten.

Die Städte waren durch ein gut durchdachtes Straßennetz verbunden, das sich von Lyon aus in alle Richtungen ausdehnte. Diese steingepflasterten und bis zu 13 Meter breite Straßen erlaubten den römischen Legionen eine schnelle Truppenbewegung für ein rasches Eingreifen in Krisensituationen. In friedlichen Zeiten nutzte der blühende Handel die Straßenverbindungen.

Seit Mitte des 3. Jh.s begannen die Franken und Alemannen in das römische Reich einzudringen. Die römischen Imperatoren konnten dem nichts entgegensetzen und erlaubten den Franken, unter der Bedingung die nordöstliche Grenze zu verteidigen, das Gebiet zwischen Schelde und Maas zu besiedeln. Die Alemannen übernahmen das Gebiet des heutigen Elsass. Anfang des 5. Jahrhunderts drangen Westgoten in Gallien ein und erlangten von Rom das Recht auf Gründung ihres Königreiches auf dem Gebiet der Gallia Narbonesis mit Hauptstadt Toulouse. Das Rhônetal wurde von Burgundern besetzt, die ebenfalls einen Vertrag mit dem römischen Imperium abschlossen.

Diese Angriffe von Außen und interne Aufstände schwächten die Macht Roms. Die Entthronung des letzten römischen Imperators im Jahre 476 hatte für Gallien keine Bedeutung, denn zu diesem Zeitpunkt bestand das Land bereits aus einigen selbständigen Königreichen, die nicht mehr unter dem Einfluss Roms standen.

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