Fernsehen

Im Jahre 1924 wurde die Technologie zur Übertragung von bewegten Bildern und Ton erfunden. Ca. 10 Jahre später wurden die ersten Sendungen in Frankreich ausgestrahlt, zuerst unregelmäßig und seit 1937 eine halbe Stunde pro Tag. Obwohl die ersten Fernsehgeräte bereits in der Nachkriegszeit in einigen Haushalten der Hauptstadt präsent waren, entwickelte sich das Fernsehen erst in den 50-er Jahren zum Massenmedium. Nach und nach werden alle französische Regionen mit leistungsstarken Antennen ausgestattet, um den Empfang auf dem nationalen Gebiet zu gewährleisten. Im Jahre 1963 wurde offiziell der zweite Kanal eröffnet. Beide Kanäle strahlten damals schwarz-weiss aus und erst 1967 wurden die ersten Sendungen in Farbe produziert. Fünf Jahre später schuf man einen dritten Kanal, der sich überwiegend regionalen Themen widmete. In den 80-er Jahren begann mit dem Eintritt von Privatunternehmen in das Fernsehgeschäft eine neue Ära. Der erste Privatanbieter war Canal+ im Jahre 1984 mit einem kostenpflichtigen Abonnement. Von staatlicher Seite aus wurde 1986 der Kanal La Cinq ins Leben gerufen und im selben Jahr der wiederum private TV6-Sender (heute M6). Die wichtigste Privatisierung erfolgte 1987, als der erste Kanal TF1 vom Konzern Bouygues aufgekauft wurde. Seit diesem Zeitpunkt überwiegt das Privatfernsehen in Frankreich. Mit TF1, M6, Canal+, eine breite Palette von Satellitenprogrammen (CanalSatellite, AB Sat und TPS) und einigen Kabelprogrammen erreicht es mehr Zuschauer als die öffentlichen Fernsehsender France 2, France 3, der Bildungskanal La Cinquième und der Kulturkanal Arte, der 1992 als deutsch-französisches Projekt gegründet wurde. Die neue Technologie der terrestrischen Übertragung durch auf der Erde stehende Sendeanlagen wurde 2005 eingeführt, jedoch noch nicht flächendeckend.

Die ersten Sendungen zeigten Nachrichten, Wetterberichte, Sportereignisse, Unterhaltung, Wissensmagazine und Live-Übertragungen von gesellschaftlich bedeutenden Events. Wie man sieht fehlt im Vergleich zur heutigen Fernsehlandschaft die Ausstrahlung von Filmen und Serien, die momentan über ein Drittel der tatsächlich gesehenen Sendungen einnehmen und eine seriöse Konkurrenz zu Kino und Theater darstellen. Nach wie vor bilden die Nachrichtensendungen eine wichtige Sparte innerhalb des Fernsehprogramms. Durch die Aktualität und Schnelligkeit der Nachrichtenverbreitung liegt das Fernsehen deutlich vor der Presse und auf Grund der visuellen Darstellung wirken Fernsehnachrichten authentischer als Radioübertragungen. Der Anteil der Wissensmagazine wird stetig ausgebaut und nicht zuletzt Dank staatlicher Unterstützung können diese Sendungen technisch ausgefeilt und hervorragend dokumentiert präsentiert werden. Der Einzug der digitalen Technologie eröffnet vor allem in diesem Bereich neue Möglichkeiten. Die Integration von computergenerierten Sequenzen in Dokumentationen kann anschaulich selbst das Unmögliche bildhaft darstellen.

Seit Anbeginn hat das Fernsehen eine besondere Aufmerksamkeit durch den Staat genossen, das bedeutet einerseits eine finanzielle Unterstützung der Fernsehsender, aber auch eine strenge Gesetzgebung und eine gründliche Kontrolle der zuständigen Organisationen. Zunächst wurde das Fernsehen der Verwaltung von PTT (Post, Telegraf, Telefon) unterstellt. Im Jahre 1949 übernahm die Radiodiffusion et Télévision Française (RTF) die Aufsicht, die jedoch erst während der 5. Republik die juristische Unabhängigkeit erhielt und 1964 in das Office de la Radio et de la Télévision Française (ORTF) umgewandelt wurde, das bis 1974 für das Fernsehen und das Radio zuständig war. Dann wurde das ORTF in verschiedene Organisationen mit klar definierten Kompetenzen aufgeteilt. Heute ist die oberste Kontrollinstanz der audiovisuellen Medien das Conseil Supérieur de l'Audiovisuel (CSA), an deren Spitze ein Gremium aus neun Mitgliedern steht, die zu gleichen Teilen vom Präsidenten, der Nationalversammlung und dem Senat ernannt werden. In den Kompetenzen des CSA liegt u.a. die Erteilung einer Erlaubnis für neue Sender, die Ernennung der Direktoren der öffentlichen Kanäle, die Zuteilung von Sendefrequenzen...

 

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