Dichtung des 17. Jahrhunderts

Die Dichtung blieb im 17. Jahrhundert das angesehenste Genre und entwickelte sich zunächst als Gegenreaktion auf die Pléiade. Dem Ziel der Dichter der Pléiade eine Bereicherung der Sprache durch Fremdwörter oder Regionalismen zu erreichen, setzte François Malherbe eine Reform entgegen, die zu einer für Alle verständlichen lyrischen Sprache führte. Auch die Anwendung literarischer Figuren (Epitheton, Metapher ...) sollte begrenzt werden und die Klarheit des Ausdrucks nicht beeinträchtigen. Noch rigoroser war Malherbe was die Theorie der Dichtung betraf. Er verbot den Satzumbruch am Zeilenende und Assonanz-Reime (nur Tonvokale stimmen überein: passage / bataille) usw. Auf diese Weise schuf er die Grundlagen für den Klassizismus des späten 17. Jahrhunderts in Frankreich.

Malherbes klare Position spaltete die Dichterwelt. Wenn seine Schüler Maynard und Racan versuchten seine Regeln treu zu übernehmen, leitsteten Théophile de Viau und Mathurin Régnier Widerstand gegen die Einschränkungen der dichterischen Freiheit und verteidigten die geistige Unabhängigkeit.

Der Klarheit Malherbes wurden mit Saint-Amant, Paul Scarron, Tristan und Vincent Voiture neue Themen entgegengesetzt: Leidenschaft, Tragik, Mystik, Vergänglichkeit des Lebens...

Im Endeffekt setzte sich jedoch das Regelsystem gegen die künstlerische Freiheit durch. Vor Allem nach dem Sieg der klassizistischen Doktrin im Theater konnte Nicolas Boileau auch für die Dichtung ein ähnliches Konzept verwirklichen. Sein Konzept stützte sich auf drei Prinzipien: die Souveränität des Geistes, die Nachahmung der Natur und die Erfurcht vor der Antike. Auf der Basis dieser Normen wurde die Dichtung eindeutig klassifiziert, mit genauen Vorschriften für jede Gattung. Die ganze Dichtung wurde in zwei Hauptkategorien unterteilt – lyrische und nicht-lyrische Dichtung. Zum ersten Typ zählen die Werke mit gefühlsbetonter Komponente, wie z.B. die Ode, die Ballade, das Sonett, das Rondo, das Epigramm u.a. Die nicht-lyrische Dichtung umfasst Texte mit dominanter erzählerischer Komponente (Fabel, Versroman, Epos, Versbrief, Lobgedicht, Hymne, Satire u.a.). Die lyrische Dichtung sollte in Strophen verfasst, gesungen werden können und „reiche“ Reime aufweisen. Für die nicht-lyrische Dichtung war der einfache Reim ausreichend.

Als beispielhafter Vertreter der klassizistischen Richtung in der französischen Dichtung des 17. Jahrhunderts wird Jean de La Fontaine betrachtet, obwohl die konträren Einflüsse der Literatur des Mittelalters und der barocken Dichter in seinem Werk nicht zu übersehen sind.

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