Der Königszyklus

Der Königszyklus (Le cycle de roi) entstand im 12. – 13. Jahrhundert und umfasst ca. 30 Lieder, die über das Leben Karls des Großen oder seiner Familie (seinen Sohn Ludwig, seine Mutter Berta) berichten. Das erste und bedeutendste Lied aus diesem Zyklus ist das Rolandslied (Chanson de Roland). Es gibt mehrere Varianten dieses Werkes. Die älteste stammt aus dem Jahre 1100. Das Epos beruht auf einem historischen Ereignis – die Schlacht von Ronceval (Roncevaux). Es lässt sich in zwei große Abschnitte einteilen:

1. Den Verrat Ganelons und Rolands Tod
2. Karls Rache und Ganelons Bestrafung.

Die Einheit des Werkes wird durch originelle Komposition und künstlerische Mittel erreicht: Parallelismen und Kontraste.

Nach dem Rolandslied entstehen weitere Werke, die über unterschiedliche Kriege Karls des Großen erzählen. Im Zentrum der beiden Lieder Aspremont und Fierabras steht der Italienkrieg. Die Werke Otinel und Anseïs de Carthage berichten über den Krieg gegen Spanien. Das Chanson des Saisnes handelt von dem Feldzug gegen die Sachsen. Karls Reise (Voyage de Charlemagne) hat keinen geschichtlichen Hintergrund. Sie erzählt über die fiktive Reise des Imperators nach Konstantinopel und verleiht dem Helden märchenhafte und phantastische Eigenschaften.

Mit der Schwächung der königlichen Macht tritt der Monarch als zentrale Figur des Epos in den Hintergrund. Seinen Platz nehmen die Vasallen des Königs ein, zuerst als treue Weggefährten (Wilhelmszyklus) und später als Gegenspieler (Baronenzyklus).

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