Bildungssystem

Das französische Bildungssystem ist in drei Bereiche gegliedert, die tief verwurzelte geschichtliche Ursprünge zeigen und bis in die gallo-römische Epoche zurückreichen. Schon damals bestand eine Dreiteilung in Elementarschule, Sekundarschule und Hochschule, die bis heute erhalten ist, jedoch mit neuen Inhalten, Prinzipien und Strukturen.

Die Elementarstufe besteht aktuell aus der Vorschule (école maternelle) ab 2 Jahren und der Grundschule (école primaire) ab 6 Jahren. Juristisch gesehen existiert eine allgemeine Schulpflicht nur für die Grundschule, aber in der Realität besuchen praktisch alle Kinder die Vorschule bereits mit 3 Jahren.

Mit 11 Jahren gelangen die Schüler in den Sekundarbereich. Die Sekundarstufe I (collège) dauert vier Jahre. Danach schließt sich die 3-jährige Sekundarstufe II an, die entweder als berufsbildendes Gymnasium (lycée professionnelle), technisches Gymnasium (lycée téchnologique) oder als reguläres Gymnasium (lycée) angeboten wird. Nach erfolgreich abgelegten Abschlussprüfungen bekommt man ein erstes Diplom – das baccalauréat, das den Zugang zu einer Hochschule erlaubt.

Der Hochschulbereich umfasst mehrere Einrichtungen, die sich in einigen Punkten deutlich voneinander unterscheiden. Die nach 5 Jahren abgeschlossenen Universitäten bilden vor allem Wissenschaftler und Forscher aus. Die Grandes Ecoles sind Eliteschulen und bringen Führungskräfte für den öffentlichen Dienst und Unternehmen hervor. Für ein praxisbezogenes Studium stehen zahlreiche Fachhochschulen (Instituts Universitaires) zur Verfügung, wie z.B. die Handelshochschulen, Ingenieurshochschulen, pädagogische Hochschulen, wissenschaftliche Institute mit Ausbildungsmöglichkeiten oder technologische Institute.

Die Verwaltung des Bildungswesens in Frankreich ist hierarchisch aufgebaut. An der Spitze steht das Erziehungsministerium (ministère de l'éducation nationale, de l'enseignement supérieur et de la recherche), das für den Finanzhaushalt, einheitliche Programme, Organisation und Koordinierung der Arbeit zahlreicher Institutionen verantwortlich ist. Um diese Arbeit zu erleichtern wurde das nationale Gebiet in 27 Bezirke  (Académies) unterteilt, die grob den Regionen oder Überseegebieten entsprechen und denen jeweils ein Rektor als Repräsentant des Ministers vorsteht. Die Akademien verwalten die schulischen Einrichtungen auf ihrem Gebiet, organisieren Prüfungen und stimmen ihre Arbeit mit den Gebietskörperschaften ab, die ihrerseits Verantwortlichkeiten (die Gemeinde für die Elementarstufe, das Departement für die Sekundarstufe I, die Region für die Sekundarstufe II) übernehmen.

Insgesamt sind ca. 1,5 Mio Mitarbeiter im Bildungswesen beschäftigt, die 12,8 Mio Schüler und 2,2 Mio Studenten betreuen. Ihnen stand im Jahre 2003 7,1% des Bruttoinlandsprodukts (110 Milliarden Euro) zur Verfügung, um die Ausgaben im Bildungswesen zu begleichen. Der Staat ist somit der wichtigste Geldgeber für die Bildung, die er zur ersten nationalen Priorität im Orientierungsgesetz von 1989 deklariert hat. Dieses Gesetz basiert auf der allgemeinen Rechtsgrundlage, dass jeder ein Recht auf Bildung hat und definiert die wichtigsten Prinzipien, Rechte und Pflichten der Schulen, sowie die Lehrplanstruktur.

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