Architektur der Vorzeit

Als erste Behausung nutzten die Menschen in der Vorgeschichtlichen Periode natürliche Höhlen. Die älteste Höhle wurde vor 450000 Jahren besiedelt. Die Bewohner der Caune de l'Arago kannten noch kein Feuer und die Höhle bot ihnen Schutz vor Wind, Kälte und wilden Tieren. Nach und nach gestalteten die Bewohner die Höhlen nach ihren Bedürfnissen um. Der Boden wurde geebnet, ein Windschutz vor dem Eingang errichtet und Feuerstellen angelegt. Höhlen an wärmeren Südhängen wurden bevorzugt als Unterkunft genutzt (Grotte de Limousis, Grotte de Clamouse, Grotte des Demoiselles), an Nordhängen liegende Höhlen waren Vorratskammern (Grotte de L'Aguzou). Spätere Besiedlungen tragen sogar Spuren der ästhetischen Gestaltung. Berühmt sind die Wandmalereien in der Lascaux-Höhle, in der Höhle Arcy-sur-Cure und in der Höhle Chauvet-Pont-d'Arc.

Mit immer besser werdenden Klimabedingungen verließen die Menschen der Jungsteinzeit ihre Höhlen und errichteten zeltähnliche Bauten in waldreichen Gebieten, die ausreichend Nahrung boten. Diese Zelte bestanden aus Holzstangen oder Tierknochen, die eine Rauchöffnung frei ließen und mit Blättern und später mit zusammengenähten Tierhäuten bedeckt waren. Zeitgleich entwickelte sich die sogenannte Megalithkultur, die imposante Anlagen aus Stein hervor brachte. Vor allem Menhire - bis zu 20 Meter hohe Langsteine, die am Anfang ein Phallussymbol darstellten und später eine weibliche Gestalt oder Form andeuteten. Sie wurden meistens einzeln, in Reihen (sogenannte Alignements) oder in Kreisen (sogenannte Cromlechs) aufgestellt. Außerdem findet man Dolmen, die die Form eines Tisches aufwiesen. Heute ist unumstritten, dass der Hauptzweck der Steinkompositionen ritueller Natur war (Alignements bei Carnac, Anlage von Barnenez bei Morlaix, La Pierre de la Fée bei Draguignan...).

Gegen Ende der Jungsteinzeit wurde die Behausung durch die veränderten Lebensbedingungen weiterentwickelt. Die sesshaft gewordenen Menschen betrieben Viehzucht und Ackerbau und benötigten daher eine stabile und größere Konstruktion, um ihr Vieh im harten Winter unterzustellen und Vorräte lagern zu können. Durch das Ausheben von Erde gewann man zusätzlichen Raum. Um diese Konstruktion zu stabilisieren wurden im Inneren Pfosten aufgestellt. Die Verwendung von Pfosten erlaubte das Zelt hochzuheben und Raum über der Erde zu gewinnen. Der Zwischenraum zwischen der Erde und dem nun neu entwickelten Dach wurde zunächst mit Steinen und später mit Holz gestaltet. Ein weiteres grundlegendes Element der Architektur war geboren - die Wand. Dieses sogenannte Pfostenhaus wurde vor allem in von Galliern besiedelten Gebieten im heutigen Zentral- und Nordfrankreich verwendet. Die Hauskonstruktion bot auch die Möglichkeit, eine Behausung auf dem Wasser zu errichten, um Schutz vor Angreifern zu bieten. In wasserarmen Gebieten benötigte man Schutzwälle, die aus aufeinandergeschichteten unbearbeiteten Steinen bestanden. Diese befestigten Dörfer der Gallier nannte man Oppida, die bis zur Besetzung Galliens durch die Römer Bestand hatten. Reste eines Oppidums findet man heute noch auf dem Berg Sainte-Odile im Elsass (Heidenmauer), im Departement Saône-et-Loire (Bibracte) und südlich von Clermont-Ferrand (Gergovia). Auf Grund der primitiven Baukunsttechnik der Gallier sind heute nur Fragmente erhalten geblieben. Die ersten großen Bauwerke in Frankreich entstanden in der darauffolgenden Kunstepoche - der Antike.

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