Architektur der Antike

1. Jh. v.Chr. – 5. Jh. n.Chr.

Nach der eher primitiven Baukunst in der Vorzeit entstanden die ersten großen Bauwerke in der gallo-römischen Epoche, d.h. in der Zeit als die römischen Legionen die Gebiete des heutigen Frankreich besetzten. Die Römer brachten Gallien nicht nur ihre Sprache, ihr Rechtsverständnis und ihre Verwaltungsstrukturen, sondern auch ihre Lebensgewohnheiten. Die Gallier in der Vorzeit kannten keine Städte, sondern nur kleine befestigte Dörfer - Oppida, die zum größten Teil von den Römern in Städte umgewandelt wurden.

Die wichtigsten römischen Städte in Gallien waren:

Andesina - Grand, Arausio - Orange, Arelate - Arles, Argentorate - Straßburg, Augustodunum - Autun, Augustoritum - Limoges, Autessiodurum - Auxerre, Bagacum - Bavay, Burdigala - Bordeaux, Divodurum - Metz, Forum Julii - Fréjus, Juliobona - Lillebonne, Lugdunum - Lyon, Lutetia - Paris, Massilia - Marseille, Mediolanum - Saintes, Narbo Martius - Narbonne, Nemausus - Nîmes, Samarobriva - Amiens, Vasio - Vaison-la-Romaine, Vesunna - Périgueux u.a.

Die römischen Städte waren von einer Mauer umgeben und besaßen vier Tore. Die Strassen verliefen in geraden Linien. Sie waren gepflastert und von erhöhten Bürgersteigen begrenzt. In großen Städten schützten Arkaden die Fußgänger vor der Sonne. Zwei Hauptstraßen teilten die Stadt in vier gleich große Abschnitte.

Das politische, religiöse und juristische Zentrum in der Stadt war das Forum - ein monumental ausgebauter Platz, der an der Kreuzung der Hauptstraßen lag. Um den Platz befanden sich alle wichtigen Gebäude: Stadtverwaltung, Justizpalast, Börse, Rednertribüne usw.

Außerdem besaß praktisch jede gallo-römische Stadt eine Reihe öffentlicher Gebäude:

Da die öffentlichen Thermen und Häuser der reichen Patrizier viel Wasser verbrauchten, wurde die Errichtung von Aquädukten für die städtische Wasserversorgung notwendig. Die nicht selten mehrere Kilometer langen Wasserleitungen (Pont du Gard, Ansignan) zeugen von der hochentwickelten Baukunst dieser Zeit.

Das Wohnhaus eines römischen Bürgers in Gallien war von einer hohen Mauer umgeben. Der Innenhof wurde mit Springbrunnen ausgestattet und mit Skulpturen dekoriert. In Südfrankreich wurden auch Sammelbecken für Regenwasser verwendet. Das Haus selbst war in einen bewohnten Bereich (Bibliothek, Salon, Schlafräume, Speisesaal) und einen Wirtschaftsbereich (Küche, Bäder, Sklavenräume) aufgeteilt. In Vaison-la-Romaine und Périgueux findet man heute noch Überreste eines römischen Wohnhauses.

Für ihre Bauvorhaben benutzten die Römer statt Holz bearbeitete Steine verbunden mit Mörtel oder Betonkonstruktionen. Die breite Verwendung von Beton erlaubte den Architekten größere und mutigere Projekte, auf Grund der höheren Tragfähigkeit des Baumaterials. Um die Stabilität der Bauwerke zu gewährleisten waren nun dichte Säulenreihen nicht mehr notwendig. Es konnten breitere Bögen und größere Säulen gebaut werden. Um den Betonbauten ein schöneres Aussehen zu verleihen, wurden sie nicht selten mit Marmor oder Mosaiken verkleidet. Somit verband die römische Architektur in einzigartiger Weise eine pragmatische Konzeption mit einer repräsentativen Gestaltung.

Eine tiefgreifende Wirtschaftskrise und Barbareneinfälle stoppten jedoch bereits im 4. Jh. die kostspieligen Bauvorhaben, obwohl das römische Reich politisch und kulturell noch bis zum Jahre 476 Bestand hatte. Die Ingenieurskunst geriet mit der Zeit in Vergessenheit und die Architektur des Frühmittelalters konnte nicht mehr an die hochentwickelte Baukunst der gallo-römischen Epoche anknüpfen.

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