Adel

Kurzgeschichte des französischen Adels
Der französische Adel konstituierte sich im hohen Mittelalter. Die Mitstreiter des Königs bekamen oft für ihre Hilfe bei den Eroberungszügen einen Landbesitz zugeteilt und stiegen dadurch zum Landadel auf. Zuerst waren diese Schenkungen personengebunden, d.h. nicht vererblich. Die Realität sah jedoch anders aus: um eigene Gebiete zu schützen, ließ der neue Besitzer in der Regel ziemlich schnell eine Burg errichten, umgab sich mit einer Gefolgschaft und schuf die notwendigen Strukturen, um bestmögliche Einkünfte aus seinem Besitz zu erzielen. In dieser Situation fiel es dem König schwer, sein Geschenk zurück zu verlangen, wenn er keinen triftigen Grund (Hochverrat usw.) hatte. Im Jahre 877 führte Karl II. der Kahle mit der Erklärung auf dem Hoftag in Quierzy-sur-Oise die Erblichkeit der Besitztümer ein und beseitigte die Kluft zwischen Rechtsprechung und Wirklichkeit.

Die Annahme des Landes war jedoch mit zahlreichen Verpflichtungen verbunden. Der Landbesitzer wurde zum Vasall und verpflichtete sich zur Treue gegenüber dem König und zur Unterstützung mit Rat und Tat bei dessen Kriegszügen. Diese Unterstützung fiel unterschiedlich aus, je nach die Größe des Landbesitzes, beinhaltete allerdings wenigstens die eigene Teilnahme in voller Rüstung, die damals eine beachtliche Summe kostete. Wenn der Grundherr seinem König gegenüber strebsam diente, konnte er zum Ritter geschlagen werden und somit auf die nächste Stufe in der gesellschaftlichen Hierarchie aufsteigen.

Der Weg zu einem Adelstitel für den Sohn eines Adeligen war deutlich leichter.
Auf Grund der vorherrschenden Überzeugung an die Erblichkeit der menschlichen Qualitäten wie Edelherzigkeit, Intelligenz, Tapferkeit usw. stand außer Frage, dass ein Kind aus einer adligen Familie ebenfalls die notwendigen Eigenschaften besitzt, um zum Adel zu gehören. Natürlich musste er vieles können und dazu gehörte nicht nur der Gebrauch von Waffen und die körperliche Entwicklung, sondern auch die Grundlagen der christlichen Religion, das Musizieren, das Tanzen und das fehlerfreie Benehmen. Die Vererbung des Adelstitels an die Tochter blieb in Frankreich eine Seltenheit. Dazu zählte die Anerkennung der Heldentaten von Jeanne d’Arc und eine königliche Bewilligung, dass der Adelstitel ebenfalls durch die Frauen weitergeben werden kann.

Das Kämpfen an der Seite des Königs war nicht der einzige Weg, um einen Adelstitel zu bekommen. Zuerst konnte praktisch jeder, der den Besitz einer Burg seit 3 Generationen nachweisen konnte, einen Adelstitel beantragen. Seit dem 13. Jahrhundert beschränkte man den Zugang zum Adel. Die Adelstitel wurden in begrenzter Menge verliehen:
- an die nähere Umgebung der königlichen Familie (Juwelier, Koch, Barbier), oft zu einem feierlichen Ereignis;
- an Mitarbeiter der höheren königlichen Verwaltung;
- an Bürgermeister und Mitglieder des Gemeinderates der Großstädte.

Tags: 

Terminkalender

S M D M D F S
 
 
 
 
 
1
 
2
 
3
 
4
 
5
 
6
 
7
 
8
 
9
 
10
 
11
 
12
 
13
 
14
 
15
 
16
 
17
 
18
 
19
 
20
 
21
 
22
 
23
 
24
 
25
 
26
 
27
 
28
 
29
 
30
 
31
 
 
 
 
 
 
 

Ferienhäuser

Hotels in Frankreich