Öffentliche Vorschulen

Die école maternelle ist eine autonome Institution im Rahmen des französischen Schulsystems, die sich um die Erziehung der noch nicht schulpflichtigen Kleinkinder (2 - 5 Jahre) kümmert.

Jedes Kind im Alter von 3 bis 5 Jahren hat Anspruch auf einen Platz in einer öffentlichen maternelle. Die Wahl der Schule steht den Eltern nicht frei, sondern wird nach dem Wohnort eingeteilt.
Die Kinder sind nach Alter in drei Klassen (sections) eingeteilt. Die offizielle Regelung zur Einteilung der Kinder in Klassen lässt den Erziehern einen großen Spielraum:

La répartition des enfants dans les diverses classes de l'école est fonction du nombre des maîtres, du nombre d'enfants par tranche d'âge et des choix pédagogiques. (Ministère de l'Éducation Nationale, 1986, S. 74.)

In der Praxis wird das traditionelle Modell, die Kinder auf Grund ihres Alters einzuteilen, in fast allen städtischen écoles maternelles durchgeführt. In den ländlichen Einrichtungen ist die Anzahl der Kinder oft zu gering für diese Art der Einteilung. Während sich in den Städten (vor allem in Paris und Île de France, aber auch im Süden und Osten des Landes) die Klassenstärke an der Grenze der offiziell zugelassenen Norm befindet, haben viele ländliche Kommunen nicht genügend Kinder, um eine Gründung oder den Fortbestand einer classe enfantine zu rechtfertigen.
Für diese Schulen könnte es einige Varianten geben:

Une structure mobile : cela peut être un enseignant qui se déplace avec du matériel pédagogique. Cet enseignant met à la disposition d'autres instituteurs des ressources qu'ils n'ont pas et travaille avec eux…
Un maître itinérant pour plusieurs villages, qui regroupe un petit nombre de jeunes enfants trop éloignés d'une école. (Ministère de l'Éducation Nationale, 1986, S. 43.)

Auf Grund der vielfältigen Schwierigkeiten der praktischen Organisation dieser Projekte sind diese in der Realität jedoch leider nahezu nicht existent. In einigen Fällen sind die «Kleinen» in der einzigen Klasse des Dorfes integriert. Doch auch diese Variante ist eher selten anzutreffen, da es für einen Lehrer, selbst bei einer Klasse von nur 8 - 10 Schülern, schwierig ist, die sehr unterschiedlichen pädagogischen Notwendigkeiten der école maternelle und der école élémentaire zu vereinbaren.

Eine Studie des Erziehungsministeriums zeigt, dass die ländlichen Kommunen sich in den meisten Fällen zusammenfinden, um in der Schule eines Ortes eine classe enfantine einzurichten, die dann die 2 - 6 jährigen Kinder aufnimmt. Aber auch diese Variante führt zu einigen Problemen:

  • großer Altersunterschied innerhalb der Gruppe, der den traditionellen Unterricht erschwert und auf den die Lehrer in ihrer Ausbildung nicht vorbereitet werden;
  • erschwerte Zusammenarbeit zwischen Familie und Vorschule, da die Eltern ihre Kinder nicht selbst in die classe enfantine bringen;
  • weite Anfahrtswege für die Kinder; in den meisten Fällen wird von der Kommune ein Schulbus eingesetzt.

Die Kinder einer école maternelle werden wenn möglich nach Altersklassen eingeteilt. Meistens sieht die Einteilung folgendermaßen aus:

  • eine Klasse für die 3 - 4 jährigen Kinder (section des petits oder petite section);
  • eine Klasse für die 4 - 5 jährigen Kinder (section des moyens oder moyenne section);
  • eine Klasse für die 5 - 6 jährigen Kinder (section des grands oder grande section).

Wo es zu einer Aufnahme der zweijährigen Kinder kommt, werden diese der petite section zugeteilt.
Die Verantwortung der école maternelle obliegt der Schulleiterin (directrice d'école).

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