Literatur der Renaissance

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts veränderten sich die Machtverhältnisse zwischen Monarchie und Kirche.

  • Die kirchlichen Gerichte durften nur noch zu religiösen Fragen ihr Urteil fällen.
  • Nach der Verbreitung der Druckereien waren die Klöster nicht mehr die einzigen Orte, in denen Bücher geschrieben und aufbewahrt wurden.
  • Mit der Eröffnung des königlichen "Collège trilingue" verlor die Kirche ihr Monopol auf die Bildung.

Die humanistischen Strömungen aus Italien, unterstützt von der königlichen Familie und dem Adel, verstärkten diese Prozesse in Frankreich. Trotz des Wiederstandes der Kirche verbreitete sich in der Gesellschaft die Anerkennung der Bildungsfähigkeit des Menschen durch Wissen, dessen Hauptquelle die antiken Texte waren. Die umfassende Auseinandersetzung mit dem klassischen griechischen und römischen Gedankengut führte zur Erneuerung der gesellschaftlichen Werte und zur zunehmenden Individualisierung.

Dieser tiefgreifende Bruch mit der Kultur des Mittelalters spiegelte sich in der Prosa der Renaissance wieder. Die prosaischen Autoren (François Rabelais, Michel de Montaigne u.a.) übten heftige Kritik an den mittelalterlichen Traditionen und der Intoleranz der Kirche. Der Einfluss der italienischen Literatur auf die französische Prosa wurde hauptsächlich in der Gattung der Novelle sichtbar. Nach dem Vorbild des Decamerone von Giovanni Boccaccio entstanden auch in Frankreich zahlreich Novellensammlungen dieser Art, wie z.B. Heptaméron von Marguerite de Navarre.

Die französische Dichtung dieser Zeit hielt sich zunächst an spätmittelalterliche Traditionen und beschäftigte sich vor Allem mit der Entwicklung der Form. Erst die Pléiade mit Pierre de Ronsard veränderte diesen Verlauf und realisierte eine Reform der Dichtkunst auf Grundlage der Nachahmung antiker Autoren.

Die gleichen Prozesse waren auch beim Theater der Renaissance zu beobachten. Nach einem Aufführungsverbot für religiöse Dramen entwickelte sich ein neues Theater unter dem Einfluss der Antike und der italienischen Literatur. Man übersetzte zunächst Werke von Sophokles, Plautus, Seneca u.a. und schuf nach diesen Vorbildern eigene Stücke wie Cléopâtre von Étienne Jodelle oder Les Juives von Robert Garnier.

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