Barock-Architektur

Das französische Barock war nicht zuletzt eine Gegenreaktion auf die Strenge der späten Renaissance. Nach Jahrzehnten streng geometrischer Formen, ausgewogener Proportionen und antiker Ordnungen stürzten sich die französischen Künstler auf stark ausladende und schwülstige Formen, wo das Schöne mit dem Geschmacklosen Seite an Seite stand.

Der Begriff Barock stammt von dem portugiesischen Wort barucca als Bezeichnung für eine unregelmäßige Perle und bekam im französischen Wort baroque die Bedeutung seltsam oder verschnörkelt.

Charakteristisch für die Barock-Architektur ist vor allem die extreme Komplexität der Linien und Formen, sowohl am Außenschmuck, als auch in der Raumgestaltung. Vergeblich sucht man gerade Linien in der Barock-Architektur. Bewegte ineinandergreifende Formen sind typisch für diese Stilrichtung. Die einzelnen Elemente wurden axial aneinandergereiht und bildeten eine kompositorische Einheit, die sich über das einzelne Gebäude hinaus erstreckte. Das Gesamtkonzept der Gestaltung erfasste somit nicht selten ganze Straßenzüge und Plätze, wie z.B. in Paris der Place des Vosges und der Place Vendôme.

Mit der Erbauung des Palais du Luxembourg wurde ein weiterer Schritt in der Entwicklung der Schlossbaukunst vollzogen. Die offene Dreiflügelanlage wurde zusammen mit dem Garten zu einem gegliederten Gesamtkörper gestaltet. Die der Strasse zugewandte Seite wurde durch ein hohes Gitter abgegrenzt, während sich die gegenüber liegende Vorderfront in die Gartenanlage öffnete und nur dem Adel zugänglich war. Vorspringende Eckpavillons an der Vorderfront lenken den Blick auf den erhöhten repräsentativen Wohntrakt des Schlosses, das Corps des Logis. Diese Prinzipien wurden ebenfalls beim Bau der Schlösser in Versailles, Vaux-le-Vicomte u.a. verwendet.

Im Sakralbau (Sorbonne-Kirche, Kirchen Val-de-Grâce, Saint-Gervais-Saint-Protais u.a.) setzte sich die Wandpfeilerkirche mit Vierungskuppel und tonnengewölbten Seitenkapellen durch. Die zweistöckige Fassade endet in einem Dreiecksgiebel, wobei die beiden Stockwerke durch sich öffnende Voluten schwungvoll ineinander übergehen. Der Bewegungsablauf entsteht durch ungleichmäßige Abstände zwischen den einzelnen Bauelementen oder durch unregelmäßige Ornamentierung.

Die Plastik spielte eine außerordentlich wichtige Rolle bei der Gestaltung der barocken Bauwerke. Florale und geometrische Ornamente, Skulpturen und üppiger Stuck durchdrangen die Architektur und bestimmten den Charakter des Raumes entscheidend mit. Vor Allem in der Spätphase des Barocks, dem sogenannten Rokokostil, überzog die Bauplastik nicht nur Wände und Decken, sondern auch Säulen, Fenster und Bögen. Zu den beliebtesten Mustern dieses Dekorationsstils gehörten muschelförmige Ornamente, die auch diesem Stil seinen Namen gaben (frz. rocaille – Muschel).

Parallel zum Barock entwickelte sich in Frankreich die klassizistische Architektur, die mit ihren klaren und ausgewogenen Formen eine Gegenbewegung darstellte.

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