Architektur der Renaissance

Die Renaissance-Architektur in Frankreich begann am Ende des 15. Jahrhunderts, als Karl VIII. die italienischen Architekten Fra Giocondo und Domenico da Cortona zu sich einlud.

Der Begriff Renaissance stammt aus dem Französischen und bedeutet Wiedergeburt. Dabei handelte es sich um die Wiedergeburt der antiken Prinzipien, die jedoch nicht einfach übernommen wurden, sondern eine Bereicherung für das neu entstandene Lebensgefühl darstellen sollten.

Im Unterschied zu der italienischen Architektur gab es in Frankreich zunächst keine klare Trennung zwischen Gotik und Renaissance, die sich zunächst durch die Verwendung antiker Vorlagen in der Skulpturgestaltung der Gebäude manifestierte. Bereits während der Regierungen Karls VIII. und Ludwigs XII. verwendete man häufig italienische Elemente in der Dekoration der rein gotischen Bauwerke. Die floralen Ornamente der Kapitelle wurden mit Putten und anderen mythologischen Figuren kombiniert, die Fassaden reich mit Arabesken und Medaillons geschmückt, etc. Schöne Beispiele hierfür sind das Schloss von Blois, das Hôtel de Cluny in Paris, der Bischofspalast in Sens...

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter Franz I. wurde die italienische Renaissancegestaltung unter Berücksichtigung der nationalen Traditionen an die mittelalterlichen Grundrisse angepasst. Verwirklicht wurde die neue Bauweise vor allem durch den Hofadel beim Bau ihrer Schlösser und Privatpaläste. Zu dieser Zeit transformierte man die Burgen nach und nach zu Schlössern, da Fortschritte in der Militärtechnik die Burgen als Verteidigungsobjekte überflüssig machten. Vorher wichtige Verteidigungseinrichtungen wie Türme, Pechnasen oder Schießscharten wurden in rein dekorative Elemente umgewandelt. Außerdem wurden vor allem rechteckige Fenster mit schmalem Gesims gebaut, die durch breite Friese und mit Arabesken dekorierten leicht vorspringenden Pilastern umrahmt wurden. Die Dachfenster wurden besonders aufwendig mit Türmchen, Putten und verzierten Säulen gestaltet. Die Dächer selbst blieben der französischen Tradition treu und waren hoch und steil. Zu den wichtigen Beispielen dieser Periode zählen die Schlösser von Azay-le-Rideau und Chambord, der Privatpalast von Agnès Sorel in Orléans...

In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts änderte sich nicht nur der Außendekor, sondern auch die gesamte Bauweise. Die vertikale Ausrichtung der Gotik wird durch die stark ausgeprägte horizontale Betonung ersetzt. Außerdem wendeten die französischen Architekten (u.a. Pierre Lescot, Jean Goujon, Philibert Delorme) konsequent den klassischen Kanon bei ihren Entwürfen an, die sich an die antiken Proportionen, die punktgenaue Symmetrie und die absolute geometrische Regelmäßigkeit hielten. Man bevorzugte die elegante Linienführung vor der üppigen Dekoration. Zu den meist verwendeten dekorativen Elementen zählten das Monogramm, die Chimäre und das umrandete Relief mit Motiven aus der antiken Mythologie. Der Westflügel des Louvre, das Schloss von Ecouen, das Rathaus in Orléans u.a. zählen zu den Musterbeispielen der Renaissance-Architektur in Frankreich.

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