Die Vierte Republik

(1946 – 1958)

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte General de Gaulle sein Projekt der Staatsreform nicht durchsetzten und am 20. Januar 1946 trat er als Regierungschef zurück. Durch eine Volksabstimmung am 13. Oktober 1946 wurde die Verfassung der 4. Republik angenommen, die eine starke Legislative vorsah. Das Parlament wählte zum Beispiel den Präsidenten, der Premierminister brauchte die Zustimmung der Nationalversammlung bei vielen wichtigen Fragen – Ernennung der Minister, Verabschiedung des Regierungsprogramms usw.

Die Wahlen am 10. November 1946 zur ersten Nationalversammlung der 4. Republik ergaben einen deutlichen Sieg der Parteien, die sich an der Résistance aktiv beteiligt hatten – Kommunisten (PCF), Gaullisten (MRP) und Sozialisten (SFIO), die eine gemeinsame Regierung unter der Präsidentschaft des Sozialisten Vincent Auriol (1947-1954) bildeten. Auf Grund großer Unterschiede zwischen den drei beteiligten Parteien war eine konsequente Regierungspolitik aber nur schwer möglich. Die Differenzen zeigten sich deutlich in Fragen der Außenpolitik. Die Moskautreuen Kommunisten konnten nicht zulassen, dass Frankreich im Kalten Krieg Partei für die USA einnahm und gingen in Opposition. Dies erlaubte Frankreich die europäische Politik voranzutreiben. Frankreich trat der OECD und der NATO bei und suchte eine Annäherung an Deutschland, die die Grundlage für eine europäische Verständigung schuf.

Die Unabhängigkeitsbewegung der französischen Kolonien wurde zum ständigen Begleiter der 4. Republik. Im November 1946 brach der Indochinakrieg aus, der mehrere Jahre die französische Politik prägte. Trotz gewaltiger Investitionen und militärischer Hilfe der USA unterlag Frankreich. Am 7. Mai 1954 unterschrieb der neu gewählte Präsident René Coty (1954-1959) ein Friedensabkommen und Frankreich zog sich aus diesen Gebieten zurück. Zwei Jahre später erlangten Marokko und Tunesien ihre Unabhängigkeit. Der Algerienkonflikt, der im Jahre 1954 in einen Krieg mündete spaltete die französische Politik und lähmte das Land. Um diesen Konflikt zu lösen, wurde General de Gaulle am 29. Mai 1958 von Coty als Premierminister eingesetzt. De Gaulle verlangte Sondervollmachten und grundlegende Verfassungsänderungen. Die neue Verfassung wurde am 4. Oktober 1958 verabschiedet und markierte den Anfang der 5. Republik.

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