Vigny, Alfred de

Geburtsdatum: 27. März 1797
Geburtsort: Loches
Sterbedatum: 17. September 1863
Sterbeort: Paris
 
Er zählt zu den großen franz. Romantikern und stammt aus einer durch die Revolution 1789 geschädigten Adelsfamilie. Seine Kindheit und Jugendjahre verbringt Vigny ab 1798 in Paris, teilweise im jetzigen Elysée-Palast, der damals Mietshaus ist. Er besucht das Lycée Bonaparte (heute Lycée Condorcet) und träumt von einer militärischen Karriere.

1814 tritt er als junger Fähnrich in den Dienst des aus dem englischen Exil auf den franz. Thron gesetzten Ludwig XVIII. und flieht mit ihm nach Brüssel, als Napoleon für die berühmten Hundert Tage (März bis Juni 1815) die Macht zurückerobert. Nach der endgültigen Niederlage Napoleons setzt Vigny in verschiedenen Garnisonen seine militärische Laufbahn fort, hält sich aber viel in Paris auf, denn adeliger Offizier zu sein war damals kein sehr absorbierender Beruf.

Ab 1817 veröffentlicht er Gedichte, 1822 erscheint seine erste Gedichtsammlung: Poèmes. 1825 heiratet er eine betuchte Engländerin und kann sich beurlauben lassen, um ganz seinen literarischen Interessen zu leben, ehe er 1827 er den aktiven Dienst quittiert.

1826 publiziert er den Band Poèmes antiques et modernes, mit dem berühmten Gedicht über das Ende Rolands, Le Cor, einem Beispiel der Mittelalterbegeisterung der Romantiker. Ebenfalls 1826 bringt er erfolgreich den Roman Cinq-Mars heraus; diese Geschichte des gleichnamigen, 1642 geköpften adeligen Verschwörers gegen Richelieu ist der erste franz. historische Roman in der neuen Manier Walter Scotts.

1827-1829 versucht Vigny mit Bearbeitungen von Romeo and Juliet, Othello und The Merchant of Venise den bei den Romantikern als vorbildhaft geltenden Shakespeare in Frankreich heimisch zu machen. 1831 wird sein erstes eigenes Stück aufgeführt, La Maréchale d'Ancre. Hierbei lernt er die Schauspielerin Marie Dorval kennen, mit der er ein jahrelanges Verhältnis haben wird.

1832 erscheint sein Erzählband Stello. Aus einer der drei Erzählungen macht Vigny 1834 das erfolgreiche Drama Chatterton, das einen Typ kreiert, der noch jahrzehntelang die romantische und postromantische Literatur prägen wird: den sich selbst und seiner Umgebung problematischen Künstler, der es schwer hat, in einer zunehmend bürgerlich geprägten, profitorientierten Gesellschaft den Platz zu finden, der seinem hohen Bild von sich selber entspricht.

1835 publiziert Vigny Servitude et grandeur militaires, Erzählungen um den Konflikt zwischen Gewissen und soldatischer Pflicht aus der Sicht eines in seinem Karriere-Ehrgeiz überwiegend frustrierten Ex-Offiziers, der zudem, wie so viele Intellektuelle, unzufrieden ist mit dem neuen, von Bankiers und Fabrikanten beherrschten Regime des "Bürgerkönigs" Louis-Philippe.

Vignys weitere Werke blieben erfolglos und erlangten auch später kaum Anerkennung. Zwischen 1843 und 1845 braucht er entsprechend fünf Anläufe, um in die Académie française gewählt zu werden. Nach der Februarrevolution 1848 versucht er, als Abgeordneter in die Politik zu gehen, scheitert aber. 1852 schlägt er sich auf die Seite des neuen Kaisers Napoléon III. und verwaltet seinen Ruhm.

nach: Prof. Gert Pinkernell,
Französische Literatur

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