Verlaine, Paul

Geburtsdatum: 30. März 1844
Geburtsort: Metz
Sterbedatum: 8. Januar 1896
Sterbeort: Paris
 
Er ist eine der Galionsfiguren der symbolistischen Schule und gilt als einer der Großen der franz. Lyrik überhaupt. Er wächst auf als Offizierssohn in Metz und Paris. Seine Jurastudien bricht er jedoch ab und wird kleiner Angestellter bei der Pariser Stadtverwaltung. Früh verfällt er dem Alkohol und neigt zu agressiven Ausfällen, z.B. gegen seine Mutter und seine junge Frau. Seine erste Gedichtsammlung, Poèmes saturniens (1866), ist beeinflusst von Baudelaires Fleurs du Mal, doch sind Verlaines Gedichte elegischer, melodischer, weicher. In der Sammlung Fêtes galantes (1869) versucht er die wehmütig-heitere Stimmung der Bilder Antoine Watteaus (1684-1721) lyrisch wiederzugeben. 1870 spiegelt die Sammlung La bonne chanson das kurze Glück seiner Ehe und vorübergehenden Abstinenz. 1871 schließt er sich den marxistisch inspirierten Revolutionären der Pariser Kommune an, weshalb er nach der blutigen Niederschlagung dieses ersten kommunistischen Experiments in der Geschichte Europas seinen Posten bei der Stadtverwaltung verliert. 1871-73 hat er ein leidenschaftliches Verhältnis mit dem zehn Jahre jüngeren Lyriker Arthur Rimbaud, den er aufgrund einiger ihm zugeschickter Gedichte nach Paris eingeladen hatte und mit dem er dann, nachdem ihn seine Frau empört verlassen hat, durch Frankreich, England und Belgien vagabundiert, bis er ihn in Brüssel betrunken durch Revolverschüsse verletzt. Im Gefängnis (1873/75) wird Verlaine fromm und schreibt entsprechende Gedichte, die er in dem Sammelband Sagesse publiziert. Danach versucht er sich als Lehrer, wird aber wegen homosexueller Beziehungen zu einem Schüler entlassen. Er lebt nun schlecht und recht bei seiner Mutter (die er schlägt), trinkt, ist viel krank und verelendet ziemlich, auch wenn er immer wieder Phasen hat, wo er kreativ ist und dichtet. Nachdem er lange Zeit fast erfolglos geblieben war, erlebt er schließlich doch noch seine Anerkennung. Sein Einfluss auf die nächste Lyrikergeneration ist groß.

nach: Prof. Gert Pinkernell,
Französische Literatur
 
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