Sand, George

 =Amandine-Aurore-Lucile Dupin de Francueil, verh. Dudevant
 
Geburtsdatum: 1. Juli 1804
Geburtsort: Paris
Sterbedatum: 8. Juni 1876
Sterbeort: Nohant-Vic
 
Diese sehr fruchtbare Autorin, die es jedoch noch für ratsam hielt, unter einem männlichen Namen zu schreiben, ist heute hauptsächlich bekannt in ihrer Eigenschaft als die emanzipierte Frau des 19. Jh., die sich zu ihren wechselnden Liebesverhältnissen offen bekannt hat.

Sie wächst nach dem frühen Tod des Vaters auf bei ihrer Großmutter in Nohant-Vic (Berry) und heiratet früh (1822). 1830 verlässt sie samt ihren beiden Kindern ihren Mann, was damals ungewöhnlich war, um, noch ungewöhnlicher, Schriftstellerin zu werden.

Sie arbeitet zunächst zusammen mit dem jungen Autor Jules Sandeau, mit dem sie den Roman Rose et Blanche verfasst. Nach der raschen Auflösung des Teams, aus dem sie das Pseudonym "Sand" mitnimmt, schreibt sie zuerst leidenschaftliche Liebesromane aus der Perspektive der Frau: Indiana, 1831; Valentine, 1832; Lélia, 1833; Jacques, 1834.

Sie selbst lebt auch nicht eben leidenschaftslos, ihre Verhältnisse sind Legion (die bekanntesten Geliebten sind 1834 der Autor Musset, 1838 der Komponist Chopin). Auch sonst ist ihre Existenz sehr bewegt, sie lebt teils in Paris, teils auf Reisen und teils in Nohant, das nach und nach wieder zu ihrem Lebensmittelpunkt wird.
1835 liiert sie sich mit dem Saint-Simonisten und Frühsozialisten Pierre Leroux und schreibt anschließend unter seinem Einfluss sozial engagierte, in den unteren Volksschichten spielende Romane: Le Compagnon du tour de France, 1840; Consuelo, 8 Bde, 1842-43; La Comtesse de Rudolstadt, 8 Bde, 1843-45; u.a.m. Hiernach verlegt sie sich auf Heimat- und Bauernromane: Le Meunier d'Angibault 1845; La Mare au Diable, 1846; La petite Fadette, 1849; François le Champi, 1850.

Nach dem Staatsstreich von Louis-Napoléon Bonaparte am 2. Dez. 1851 zieht sie sich, enttäuscht über das Scheitern der Ziele der Februarrevolution von 1848, ganz aus Paris zurück und schreibt ihre Histoire de ma vie (20 Bde., 1854), aber auch weitere Romane, z.B. Les beaux Messieurs de Bois-Doré, 1858.

In ihren älteren Jahren entwickelt sie sich mehr und mehr zur "bonne dame de Nohant", die um sich herum Gutes zu tun und zu bewirken versucht und auch in ihrem weiteren Umfeld einflussreich bleibt dank ihrer Freundschaft mit vielen Intellektuellen und Autoren, darunter auch jüngeren, wie Gustave Flaubert.

nach: Prof. Gert Pinkernell,
Französische Literatur
 
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