Rolland, Romain

Geburtsdatum: 29. Januar 1866
Geburtsort: Clamecy
Sterbedatum: 30. Dezember 1944
Sterbeort: Vézelay
 
Dieser lange Zeit auch in Deutschland bekannte und geschätzte, 1915 als dritter Franzose mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Autor ist geboren in Clamecy als Sohn eines Notars und erhält eine gutbürgerliche Erziehung und Ausbildung. Nach einem Studium an der Pariser École Normale Supérieure, der französischen Eliteschule für die Lehramtsfächer an Gymnasien, geht er 1892/93 als Stipendiat in Rom, um an seiner thèse (Doktorarbeit) über Les origines du théâtre lyrique moderne zu arbeiten. Nach deren erfolgreicher "Verteidigung" (soutenance) ist Rolland 1895-1912 Professor für Musik- und Kunstgeschichte an der ENS und der Sorbonne. Von seinem sehr umfangreichen Schaffen (zahlreiche Theaterstücke, Biografien, Essais und schließlich Romane) kennt man heute vor allem den 10-bändigen "roman fleuve" Jean-Christophe (1904-12). Titelheld ist der junge deutsche Komponist Johann-Christoph Krafft, der jedoch seine entscheidenden Bildungserlebnisse in Frankreich hat und somit quasi die ihm angeborene "deutsche Energie" mit "französischen Geist" verbindet und veredelt. Der Jean-Christophe war ein großer Erfolg. Er brachte Rolland den Nobelpreis und wurde nach 1918 auch von den gar nicht so wenigen frankophilen Deutschen goutiert, die das Gerede von der deutsch-französischen Erbfeindschaft satt hatten und auf Verständigung zwischen beiden Völkern setzten. Während des 1. Weltkriegs ging Rolland in die neutrale Schweiz und versuchte von dort aus, über den Fronten stehend, als pazifistischer Intellektueller sowohl nach Frankreich (wo man ihm seine unpatriotische Haltung übelnahm) als auch nach Deutschland hineinzuwirken (wo man ihn aber kaum hörte). In den zwanziger Jahren und vor allem in den stark politisierten Dreißigern sympathisierte er mit dem 1920 gegründeten Parti communiste français und war so einer jener nicht wenigen prokommunistischen Intellektuellen, die der PCF als "compagnons de route" (Weggenossen) sehr schätzte - als Mitglieder allerdings gern entbehrte, weil sie der jeweiligen Parteiführung meist zu kritisch und nicht diszipliniert genug waren.

nach: Prof. Gert Pinkernell,
Französische Literatur
 
Unsere Buchempfehlung: Pierre und Luce

 

Tags: 

Terminkalender

S M D M D F S
 
 
 
1
 
2
 
3
 
4
 
5
 
6
 
7
 
8
 
9
 
10
 
11
 
12
 
13
 
14
 
15
 
16
 
17
 
18
 
19
 
20
 
21
 
22
 
23
 
24
 
25
 
26
 
27
 
28
 
29
 
30
 
 
 

Ferienhäuser

Hotels in Frankreich