Prévert, Jacques

Geburtsdatum: 4. Februar 1900
Geburtsort: Neuilly-sur-Seine
Sterbedatum: 11. April 1977
Sterbeort: Omonville-la-Petite
 
Dieser ungewöhnlich populär gewordene Lyriker kommt aus kleinbürgerlichem Elternhaus im Pariser Vorort Neuilly, geht mit 15 von der Schule ab und jobbt. Beim Militärdienst lernt er den surrealistischen Maler Yves Tanguy kennen und schließt sich danach vorübergehend der Gruppe der Surrealisten an, aus der ihn aber bald (wie später andere Mitglieder auch) das autoritäre Gehabe des Gruppenchefs André Breton vertreibt. Als Ersatz gründet er mit Tanguy und anderen die "bande à Prévert". Früh beginnt er Gedichte zu schreiben, doch wird er in den 30-er Jahren vor allem bekannt durch seine Mitarbeit an den epochemachenden Filmen Jean Renoirs (z.B. Le Crime de M. Lange, 1935) und vor allem Marcel Carnés (u.a. Quai des brumes, 1938; Les enfants du paradis, 1944). In dieser Zeit steht er auch, wie so viele jüngere Intellektuelle der Zeit, den Kommunisten nahe, obwohl er von seinem Temperament her eher Anarchist ist. 1946 gibt ein Freund, René Bertelé, Préverts bisher verstreut in Zeitschriften publizierte Gedichte gesammelt heraus unter dem Titel Paroles. Der Erfolg ist enorm und macht Prévert zum repräsentativsten und einflussreichsten französischen Lyriker der Jahrhundertmitte. Einige spätere Textsammlungen haben ebenfalls Erfolg, ohne jedoch Paroles in den Schatten zu stellen. Préverts Markenzeichen ist die Einfachheit und Verständlichkeit seiner Texte, die, obwohl sie voller raffinierter Wortspiele stecken, dennoch eine unmittelbare Poetizität ausstrahlen und eine eingängige Botschaft vermitteln. Viele von ihnen sind denn auch zu Chansons vertont worden, vor allem von Joseph Kosma. Zwar sind Préverts zahlreiche politisch motivierten Gedichte, insbesondere gegen den Militarismus, die Kirche und die bürgerlichen Konventionen, inzwischen kommentierungsbedürftig, doch sprechen seine die menschlich-allzumenschlichen Dauerthemen Liebe, Glück und Enttäuschung gestaltenden Texte die Leser auch heute noch an.

nach: Prof. Gert Pinkernell,
Französische Literatur
 
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