La Rochefoucauld, François de

Geburtsdatum: 15. Dezember 1613
Geburtsort: Paris
Sterbedatum: 17. März 1680
Sterbeort: Paris

Er gilt als einer der großen Moralisten der franz. Literatur und ist geboren in Paris in einer hochadeligen Familie. Mit 15 wird er verheiratet und erbt nach dem Tod seines Vaters dessen Herzog-Titel. Als junger Mann lebt er teils in der Armee (u. a. auf Feldzügen in Flandern und Italien), teils am Hof. Hier beteiligt er sich an den erfolglosen Intrigen der Königin, Anna von Österreich, und des Hochadels gegen Richelieu. Später opponiert er, wie so viele Hocharistokraten, auch gegen Mazarin und spielt eine aktive Rolle im Fronde-Aufstand 1648-52. Aber wieder einmal ist er auf der Seite der Verlierer und zieht sich auf seine Güter zurück, wo er seine Enttäuschung verarbeitet mit der Abfassung seiner Mémoires (erschienen als Raubdruck in Amsterdam 1662). 1656, nachdem er wie die meisten Frondeure seinen Frieden mit dem jungen Ludwig XIV. gemacht hat, geht er zurück nach Paris. Hier verkehrt er als Edel-Literat in Salons und in meist jansenistisch inspirierten schöngeistigen Zirkeln, d.h. in einem Ambiente, wo man sich angesichts der Frage, warum offenbar der eine Mensch von Gott erwählt ist und der andere nicht, ein neues Interesse für das Individuum, seine Psyche und sein Verhalten in der Welt entwickelt. La Rochefoucauld brilliert vor allem in der Kunst der Maxime, d.h. kurzer und pointierter, meist pessimistischer und oft sarkastischer Aperçus über die Menschen in der überwiegend adeligen Gesellschaft um ihn herum - Aperçus, die er in eben dieser Gesellschaft vorliest oder verschickt und mit Freunden und vor allem Freundinnen (wie z.B. der Roman-Autorin Mme de La Fayette) diskutiert. 1664 gibt er unter dem Titel Maximes et sentences morales eine erste Sammlung gedruckt heraus, die sich gut verkauft und von Neuauflage zu Neuauflage erweitert wird. La Rochefoucauld ist der erste und mit der bedeutendste in der Reihe jener über den Menschen und die Gesellschaft reflektierenden Autoren des 17./18. Jh., die in der franz. Literaturgeschichtsschreibung unter dem Namen les Moralistes zusammenfasst werden (und für die es in der deutschen Literaturgeschichte kein Pendant gibt).

nach: Prof. Gert Pinkernell,
Französische Literatur

Werke:

  • Memoires, 1662
  • Maximes, 1664

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