Furetière, Antoine

Geburtsdatum: 28. Dezember 1619
Geburtsort: Paris
Sterbedatum: 14. Mai 1688
Sterbeort: Paris
 
Dieser eher der zweiten Reihe angehörige Autor stammt aus kleinbürgerlichen Pariser Verhältnissen, kann sich aber eine gute Bildung und ein Jurastudium verschaffen und lässt sich die Niederen Weihen erteilen, um - mit Erfolg - an Pfründen zu kommen, die ihm ein auskömmliches Leben sichern. Ansonsten verkehrt er in Pariser Literatenkreisen, betätigt sich in verschiedenen Gattungen (z.B. schreibt er ähnlich wie Scarron eine burleske AEneis) und ist gefürchteter Satiriker und Kritiker. 1666 erscheint sein Roman bourgeois, eine aus heutiger Sicht sehr interessant erscheinende programmatische Abrechnung mit dem heroisch-galanten Roman, dem Furetière ein in bürgerlichen Kreisen spielendes realistisches Pendant gegenüberzustellen versucht (das streckenweise allerdings langweilig ist und bei den Zeitgenossen nicht sonderlich erfolgreich war). Furetière, der seit 1662 Mitglied der Académie française ist, sollte vor allem als Gelehrter bedeutsam werden: Da ihm das Wörterbuch der Académie viel zu langsam vorankommt, erarbeitet er selbst ein eigenes Dictionnaire universel contenant généralement tous les termes de toutes les sciences et des arts. Das 1674 fertige Werk darf aber wegen Protests der Académie (die Furetière sogar aus ihren Reihen ausschließt) zunächst nicht gedruckt werden und wird erst 1690 von dem bedeutenden Frühaufklärer Pierre Bayle in Holland herausgegeben. Weil es auch umgangssprachliche und fachsprachliche Bedeutungen von Wörtern verzeichnet, gilt es heute als wichtige Quelle für die franz. Sprache des 17. Jh. Es wurde zum Vorbild vieler späterer Wörterbücher.

nach: Prof. Gert Pinkernell,
Französische Literatur

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