Fontenay

Fontenay wurde als Zisterzienser-Kloster im Jahre 1118 von Bernhard von Clairvaux gegründet. Es liegt in der Nähe von Montbard im Tal des Flüsschens Fontenay im Departement Côte-d'Or. Auf Grund der unermüdlichen Bestrebungen von Bernhard von Clairvaux zog das Kloster immer mehr Geistliche an, die sich vom luxuriösen Leben des naheliegenden Cluny abwenden wollten. Bereits zu Beginn der 30-er Jahre des 12. Jahrhunderts folgten Gründungen von Tochterklöstern und Fontenay erreichte damit den Status einer Abtei, obwohl es weiterhin der Primärabtei von Clairvaux unterstand.
 
Zur gleichen Zeit begannen die umfangreichen Bauarbeiten einer Klosteranlage. Den zentralen Platz der fast quadratischen Anlage nahm einer der schönsten Kreuzgänge Frankreichs ein. Links davon befindet sich die 66 Meter lange Abteikirche. Oberhalb des Kreuzganges sind der Kapitelsaal und das Dormitorium. Rechts vom Kreuzgang liegt das Refektorium mit einer kleinen Küche. Im 18. Jahrhundert errichtete man vor dem Kreuzgang einen Abtspalast, der weitgehend auf das für diese Zeit typische Rokokodekor verzichtete. Hinter den Klostergebäuden wurde ein Garten angelegt. Im Süden der Klosteranlage befindet sich eine Schmiede und ein Gästehaus. Die Abtei ist von einer Mauer umgeben, in die eine Bäckerei, eine Gästekapelle und ein Wärterhäuschen integriert sind. Auf diese Weise zeigt die Klosteranlage von Fontenay typische Merkmale der Zisterzienser-Architektur, die als eigenständig innerhalb der Romanik zu betrachten ist. Kennzeichnend ist neben dem quadratischen Grundriss mit geregelter Gebäudeanordnung der Verzicht auf Verzierungen und Farben, die nur in der Buchmalerei Verwendung fanden. Die gesamte Raumausstattung wurde dem Grundprinzip untergeordnet, dass nichts von den Gedanken an Gott ablenken sollte. Daraus resultierte eine erhabene Strenge und Einfachheit der Baukunst, die den Zisterziensern eigen ist.
 
Leider sind die meisten Zisterzienser-Bauwerke nur fragmentär erhalten geblieben, so dass die ehemalige Abtei von Fontenay ein einzigartiges Beispiel darstellt. Obwohl die Abtei nach der Französischen Revolution geschlossen wurde, wurde sie nicht wie viele andere als Steinbruch benutzt, sondern diente lange Zeit als Papierfabrik. Im Jahre 1906 erwarben die Kunstliebhaber aus Lyon Edouard und René Aynard das Anwesen, das bereits seit 1852 unter Denkmalschutz stand und restaurierten es aufwendig. Auch heute bliebt die Klosteranlage im Besitz der Familie Aynard, kann jedoch zum größten Teil kostenpflichtig besichtigt werden.
 
Die ehemalige Abtei von Fontenay wurde im Jahre 1981 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

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