Calvin, Jean

eigentlich Jean Cauvin
 
Geburtsdatum: 10. Juli 1509
Geburtsort: Noyon
Sterbedatum: 27. Mai 1564
Sterbeort: Genf

Der aus einer Juristenfamilie in Nyon stammende Calvin studierte nach seiner Schulzeit in Paris zunächst Jura in Orléans und in Bourges. Wieder in Paris (1531), begann er humanistische Studien am neuen Collège des Lecteurs du roi und gelangte hierüber in Kontakt mit lutherischem Gedankengut. Ab 1533 war er erklärter Protestant, musste 1534 wie so viele Sympathisanten der Reformation Paris fluchtartig verlassen und lebte danach unstet im Exil (Nérac, Basel, Ferrara, Genf, Straßburg), wobei er eine Vielzahl theologischer Schriften verfasste.

Ab 1541 wirkte er im schweizerischen Stadtstaat Genf, der unter ihm zum geistigen Zentrum der Reformation im franz. Sprachraum und ansatzweise zu einer Art fundamentalistischem Gottesstaat wurde, in dem es auch nicht eben tolerant zuging.

Für die franz. Literatur- und Sprachgeschichte interessant ist dieser neben Luther einflussreichste Reformator durch seine Institution de la religion chrétienne (1541). Es ist die von ihm selbst verfasste Übertragung seines 1535 in Basel publizierten lateinischen Buches Christianae religionis institutio und wurde gedruckt in der freien Reichsstadt Straßburg, einer der Hochburgen des frühen deutschen Druckereiwesens. Die bald zur Grundlage des Protestantismus kalvinistischer Ausprägung werdende Institution war vermutlich das erste weitverbreitete theologische Werk in franz. Sprache und einer der meistgelesenen franz.-sprachigen Texte des 16. Jh. Calvin setzte mit ihm (ähnlich wie Luther in Deutschland) sprachliche und stilistische Maßstäbe dank seiner nüchternen und klaren Ausdrucksweise, die auch weniger Gebildete verstehen können sollten und die selbst seine Feinde bewunderten. 1542 wurde die Institution in Frankreich verboten, 1544 sogar öffentlich verbrannt, was jedoch der Verbreitung nur nutzte.

nach: Prof. Gert Pinkernell,
Französische Literatur

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