Willkommen bei der Frankreich-Experte

Home Fotogalerie Frankreich-Forum Linksammlung Suche

Themen

. Geschichte
. Regioführer
. Geographie
. Kultur
. Gesellschaft
. Lifestyle
. Politik
. Wirtschaft
. Sprache

. Frankreich-ABC
. Inhalt


Reisen

. Hotels
. Ferienhäuser
. Campingplätze
. Mietwagen
. Hausboote
. Flüge


Frankreich-Visuell

Literatur des 19. Jahrhunderts

Alfred de Vigny

    .
    .
    Geburtsdatum 1797
    Sterbedatum 1863
    Alfred de Vigny stammt aus einer durch die Revolution geschädigten Adelsfamilie und verbringt seine Kindheit und Jugendjahre ab 1798 in Paris, teilweise im jetzigen Elysée-Palast, der damals ein Mietshaus ist. Vigny besucht das Lycée Napoléon (heute Lycée Condorcet) und träumt von einer militärischen Karriere. 1814 tritt er als junger Fähnrich in den Dienst des zurückgekehrten Louis XVIII und flieht mit ihm während der Hundert Tage nach Brüssel. Nach der endgültigen Niederlage Napoleons setzt Vigny in verschiedenen Garnisonen seine Offizierslaufbahn fort, hält sich aber viel in Paris auf.

    Ab 1817 veröffentlicht er Gedichte, 1822 erscheint seine erste Gedichtsammlung Poèmes. 1825 heiratet er eine passabel betuchte Engländerin und kann sich beurlauben lassen, um ganz seinen literarischen Interessen zu leben. (1827 quittiert er den Dienst.) 1826 publiziert er den Gedichtband Poèmes antiques et modernes, mit dem berühmten Gedicht Le Cor, einem Beispiel der Mittelalterbegeisterung der Romantiker. Ebenfalls 1826 bringt er erfolgreich den Roman Cinq-Mars heraus; diese Geschichte des gleichnamigen Verschwörers gegen Richelieu ist der erste französische historische Roman in der Manier Walter Scotts.

    1827-29 versucht Vigny mit Bearbeitungen von Romeo and Juliet, Othello und The Merchant of Venise den den Romantikern als vorbildhaft geltenden Shakespeare in Frankreich heimisch zu machen. 1831 wird sein erstes eigenes Stück aufgeführt, La Maréchale d'Ancre. Hierbei lernt er die Schauspielerin Marie Dorval kennen, mit der er ein jahrelanges Verhältnis haben wird. 1832 erscheint sein Erzählband Stello. Aus einer der drei Erzählungen macht Vigny 1834 das erfolgreiche Drama Chatterton, das einen Typ kreiert, der noch jahrzehntelang die romantische und postromantische Literatur prägen wird: den sich selbst und seiner Umgebung problematischen Künstler, der es schwer hat, in einer mehr und mehr bürgerlich geprägten, profitorientierten Gesellschaft den Platz zu finden, der seinem hohen Bild von sich selber entspricht.

    1835 publiziert Vigny Servitude et grandeur militaires, Erzählungen um den Konflikt zwischen Gewissen und soldatischer Pflicht aus der Sicht eines in seinem Karriere-Ehrgeiz überwiegend frustrierten Ex-Offiziers, der zudem, wie so viele Intellektuelle, unzufrieden ist mit dem neuen, von Bankiers und Fabrikanten beherrschten Regime des "Bürgerkönigs" Louis-Philippe.

    Vignys weitere Werke blieben erfolglos und erlangten auch später kaum Anerkennung. Zwischen 1843 und 1845 braucht er entsprechend fünf Anläufe, um in die Académie gewählt zu werden. Nach der Februarrevolution 1848 versucht er, als Abgeordneter in die Politik zu gehen, scheitert aber. 1852 schlägt er sich auf die Seite des neuen Kaisers Napoléon III und verwaltet seinen Ruhm.

    nach: Prof. Gert Pinkernell,
    Französische Literatur
    .
    .

Anzeige

Copyright © by www.frankreich-experte.de
Impressum / Kontakt