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Literatur des 20. Jahrhunderts

Paul Valéry

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    Geburtsdatum 30. Oktober 1871
    Geburtsort

    Sète

    Sterbedatum 20. Juli 1945
    Sterbeort

    Paris

    Paul Valéry. Nach einer Kindheit im südfranzösischen Sète verbringt er seine Jugendjahre in Montpellier und studiert, als Sohn eines höheren Beamten, dort auch Jura. 1894 (er schreibt schon seit vielen Jahren Gedichte) geht Valéry nach Paris, wo er Gide und vor allem Mallarmé kennenlernt, der ihm zum Vorbild wird.

    1897 erhält er eine Anstellung als rédacteur im Kriegsministerium, wo er z.B. eine längere Studie über die Gefahren des deutschen Expansionismus verfasst. 1900 wird er Privatsekretär bei einem Wirtschaftsmagnaten, bis er wenig später als freier Schriftsteller leben kann. Schreiben tut er vor allem Essais über kulturelle, philosophische, literaturtheoretische, -historische und -kritische Themen, kürzere, schwer klassifizierbare literarische Texte und immer wieder Lyrik. Diese entwickelt er, nach symbolistischen Anfängen, hin zu einer "poésie pure", die gedankliche Präzision und formale Vollendung vereinen soll, allerdings auch sehr hermetisch ist.

    Um 1920 gilt er als der größte lebende französische Lyriker und genießt hohes Ansehen auch im übrigen intellektuellen Europa. 1923 wird er Chevalier de la légion d'honneur, 1925 wird er in die Académie aufgenommen, 1937 erhält er eine Professur für Poetik am Collège de France. Valéry ist wohl der letzte Autor, der von der Lyrik und vor allem von seinem Status als eine Art Dichterfürst (z.B. durch Auftragsarbeiten für Verlage und Zeitschriften, durch Vorträge und Ähnliches) leben und seiner Familie einen fast großbürgerlichen Lebensstandard sichern kann. Nach ihm sinkt die ein Jahrhundert lang so erfolgreiche Gattung Lyrik in Frankreich zu einer marginalen Gattung ab, mit der auch kaum mehr Geld zu verdienen ist.

    Valérys lyrische Hauptwerke sind: La jeune Parque (1917) und die Gedichtsammlung Charmes (1922; 1927 von Rilke in dt. Übertragung publiziert) mit dem berühmten Langgedicht Le Cimetière marin (1920). Sein Leben lang beschäftigt sich Valéry auch mit erkenntnistheoretischen Überlegungen, die er in seinen Cahiers sammelt (29 Bde!, erst postum publiziert).

    nach: Prof. Gert Pinkernell,
    Französische Literatur
    .

    Werke:

    • La Jeune Parque, 1917
    • Le Cimetière marin, 1920
    • Charmes, 1922
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