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Trojaroman
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Roman de Troie (Trojaroman). Dieses in mehr als 50 Handschriften erhaltene Werk von gut 30.300 Versen ist der erfolgreichste und bedeutsamste der um 1170 florierenden sog. antikisierenden Romane. Es wurde verfasst von dem als Person nicht näher bekannten Bénoît de Sainte-Maure für den englischen Hof von Henry II Plantagenet und seiner Gattin Aliénor von Aquitanien. Die stoffliche Vorlage ist nicht die damals in Westeuropa unbekannte Ilias von Homer, sondern spätantike lateinische Darstellungen des trojanischen Krieges (insbesondere die eines gewissen Dares), aus denen Bénoît aber nur den groben Rahmen übernimmt, den er mit Liebesgeschichten und ritterlichen Kampfszenen liebevoll ausstaffiert. |
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Der Trojaroman wurde nach 1200 offenbar für ein eher städtisch-bürgerliches Publikum in eine stark raffende Prosaversion umgeschrieben, die ihrerseits um 1215 eingefügt wurde in ein jahrhundertelang gelesenes und immer wieder überarbeitetes Kompendium der Alten Geschichte, die sog. Histoire ancienne jusqu'à César. Verbreitung in ganz Europa fand der Troja-Stoff à la Bénoît in einer mittellateinischen Prosabearbeitung: der 1287 abgeschlossenen Historia destructionis Troiae des Sizilianers Guido delle Colonne, die vermutlich einer der größten Bucherfolge des gesamten europäischen Mittelalters war. Troja war im Frankreich des 13. bis 16. Jh. übrigens auch aus ideologischen Gründen bedeutsam, denn die franz. Könige leiteten damals ihren Stammbaum (Genealogie) von einem legendären Francus her, der sich bei der Eroberung Trojas durch die Griechen zusammen mit dem späteren Rom-Gründer Äneas auf ein Schiff gerettet und seinerseits das erste Frankenreich (Francia) gegründet habe.
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