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Eugène Sue ist Arztsohn aus reicher Familie und selbst Mediziner und macht als junger Schiffsarzt mehrere Weltreisen. 1830 zurück in Paris, beginnt er ein Dandy-Leben, schreibt Abenteuerromane und eine mehrbändige Histoire de la marine française (1835/36).
Als er 1837 das väterliche Erbe durchgebracht hat, verlegt er sich erfolgreich auf das neue Genre des Fortsetzungsromans. Schlagartig berühmt wird er hierbei mit den Mystères de Paris (1842/43). Dieses keinem zielstrebigen Plan folgende, aus einer Serie spannender Episoden bestehende Werk spielt weitgehend im Pariser Unterschichten-Milieu der "classes laborieuses et dangereuses", deren schwierigen Alltag zwischen Arbeit, Not und Verbrechen Sue teils realistisch, teils idealisierend und pittoresk schildert. Zentrale Figur ist der comte de Gérolstein, ein rettender und rächender Supermann, mit dem sich sein Autor, der sich zunehmend selbst sozial engagiert, durchaus zu identifizieren scheint.
Das enorm erfolgreiche Werk und seine zahllosen Nachahmungen in ganz Europa bedeuten den Durchbruch des neuen Genres des Fortsetzungsromans im Feuilleton der vielen neu gegründeten Tageszeitungen, die sich ihrerseits von spannenden Romanen höhere Leserzahlen und größere Marktanteile erhoffen. Die Presse insgesamt expandiert zu dieser Zeit dank der zunehmenden Alphabetisierung der Bevölkerung, vor allem aber aufgrund der Verbilligung der Zeitungen durch Annoncen und Werbeeinnahmen.
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