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Paul Scarron stammt aus einer Familie der bonne bourgeoisie parlementaire parisienne, erhält eine gute Bildung und lässt sich die Niederen Weihen erteilen, die ihm z.B. das Besetzen einer einträglichen Domherrenpfründe in Le Mans erlauben. Eine Reise nach Rom vervollständigt seine Bildung. Er kehrt jedoch bald nach Paris zurück und findet Anschluss an die Literatenkreise der Hauptstadt.
Ab 1638 allerdings wird sein Leben durch eine fortschreitende Muskellähmung erschwert. 1652 heiratet er, obwohl selber nicht eben reich, eine arme adelige Waise, Françoise d'Aubignée (die spätere Mme de Maintenon, Gattin "linker Hand" von Louis XIV). Dank dem Geist und dem Galgenhumor Scarrons selbst, aber nicht zuletzt auch dank dem Charme seiner hübschen jungen Frau wird sein Haus ein Treffpunkt von Literaten und geistig interessierten Aristokraten.
Als ausgesprochener Vielschreiber, der er ist, betätigt Scarron sich in fast allen Gattungen und kann halbwegs vom Verkauf seiner Werke und von den Zuwendungen seiner Hauptmäzene, des Kardinals de Retz und des Finanzministers Fouquet leben (was ihn für den Verlust des Domherrenstuhls nach seiner Heirat entschädigt). Sein größter Erfolg ist Le Roman comique (2 Bde, 1651/57), ein auch heute noch gut lesbarer burlesker Roman, dessen Rahmen- und Haupthandlung mit derber Komik den heroisch-galanten Roman persifliert und dessen eingelegte Novellen und Binnenerzählungen im galant-sentimentalen Ton spanischer Vorbilder gehalten sind. Scarron ist aber auch sehr erfolgreich als Autor von Degen und Mantel-Stücken im spanischen Stil und als Verfasser einer burlesken Parodie von Vergils Aeneis (Le Virgile travesti, 1648-52). Vermutlich zu Unrecht wurde ihm auch eine gegen den allmächtigen Minister-Kardinal Mazarin gerichtete Satire (La Mazarinade, 1651) zugeschrieben. Scarron verschwindet deshalb nach der Niederschlagung des sog. Fronde-Aufstands gegen Mazarin (1652) einige Zeit aus Paris.
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