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Literatur des 18. Jahrhunderts

Donatien de Sade

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    Geburtsdatum 2. Juni 1740
    Geburtsort

    Paris

    Sterbedatum 2. Dezember 1814
    Sterbeort

    Saint-Maurice (Val-de-Marne)

    Donatien-Alphone-François, Marquis de Sade ist Sohn aus altem südfranzösischem Adel, wächst aber auf in Paris, besucht das Collège Louis-le-Grand und dient als junger Kavallerie-Offizier im Siebenjährigen Krieg. 1763 heiratet er eine reiche Gerichtspräsidententochter und verwendet die Mitgift u. a. zur Realisierung seiner bemerkenswerten sexuellen Phantasien, was ihm bald Schwierigkeiten mit der Pariser und der Lyoneser Polizei einträgt.

    Als er auch noch seine junge Schwägerin aus dem Kloster entführt und mit ihr nach Italien durchbrennt, lässt ihn seine Schwiegermutter bei seiner Rückkehr in der Bastille festsetzen, wo er fast 30 Jahre verbringen wird, ehe 1789 ihn die Revolution vorübergehend befreit.

    In der Gefangenschaft liest er und beginnt heimlich Romane und Erzählungen zu schreiben, die naturgemäß zunächst unpubliziert bleiben. Leitmotiv dieser Texte, in denen sich Pornographie und Philosophie seltsam mischen, ist die von d'Holbach übernommene Vorstellung des "Rechtes des Stärkeren", das de Sade interpretiert als Recht einer sozialen und geistigen Elite – letztlich der Hocharistokratie – auf ungehemmte Verfolgung ihres Strebens nach Lustgewinn.

    Das wohl am weitesten verbreitete seiner Werke ist Les Instituteurs immoraux, ou la Philosophie dans le boudoir (1793), eine Art geschriebener Pornofilm, dessen drei männliche und zwei weibliche Akteure in den nötigen Erholungspausen philosophische Gespräche führen, wobei der Hauptredner der homosexuelle Hedonist Dolmacen ist.

    Der in vielen Literaturgeschichten entweder gar nicht oder nur ein passant genannte Sade ist vermutlich einer der meistgelesenen, auf jeden Fall aber einer der wirkungsmächtigsten französischen Autoren der Neuzeit. Praktisch alle bedeutenden europäischen Autoren und Intellektuelle des 19. und frühen 20. Jh. haben sich irgendwann in ihrem Leben, und oft sogar sehr intensiv, mit ihm befasst.

    nach: Prof. Gert Pinkernell,
    Französische Literatur
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    Werke:
    • Justine ou les Malheurs de la vertu, 1791
    • La Philosophie dans le boudoir, 1795
    • La Nouvelle Justine, 1797
    • Les Crimes de l'amour, 1800
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