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François Rabelais. Er ist bekannt vor allem als Autor von Gargantua et Pantagruel (153264), einem Romanzyklus in 5 Teilen (wovon der letzte postum und weitgehend apokryph, d.h. nicht mehr authentisch, ist). Der komplette Titel von Bd. I lautet: Les horribles et espouventables faictz et prouesses du très renommé Pantagruel, Roy des Dipsodes, filz du grant géant Gargantua. Composez nouvellement par maistre Alcofrybas Nasier (ein Anagramm aus f-r-a-n-c-o-y-s-r-a-b-e-l-a-i-s). Das wegen seiner unnachahmlichen Mischung aus Gelehrsamkeit und Phantasterei, Ernst und Humor, Parodie und Satire enorm erfolgreiche Werk ist noch heute zumindest vom Hörensagen jedem gebildeteren Franzosen bekannt, und sei es nur dank der Adjektive pantagruélique (avoir un appétit pantagruélique) und gargantuesque (un repas gargantuesque). Schon 1552 wurde es erstmals ins Deutsche übersetzt. Es scheint in seiner Motivation und seinen Intentionen zum Teil erklärbar als ein humoristischer Evasionsversuch des Autors und als erheiterndes Evasionsangebot an das zeitgenössische Publikum angesichts einer Realität, die beherrscht war von einer starken religiösen Polarisierung und bald auch von der zunehmenden Unterdrückung des Protestantismus.
Der Anwaltsohn Rabelais ist übrigens zunächst lange Jahre erst Mönch und dann Priester und nutzt alle sich ihm bietenden Möglichkeiten für humanistische Studien. Wie so viele Zeitgenossen, wird auch er in den 1520-er Jahren vom Geist der Reformation erfasst, mag sich schließlich aber nicht recht zwischen Katholizismus und Protestantismus entscheiden, studiert mit 45 noch Medizin und wird Arzt. Als solcher arbeitet er ab 1532 überwiegend am Hôtel Dieu (Krankenhaus) von Lyon, begleitet aber 1534, 1535/36 und 1547-49 als Leibarzt auch einen französischen Kardinal nach Rom und hält 1537 eine Vorlesung über Hippokrates an der medizinischen Hochschule Montpellier, der damals berühmtesten Ausbildungsstätte für Ärzte in Frankreich.
In seinen letzten Lebensjahren muss Rabelais noch erleben, wie er wegen seines Romans sowohl von katholischen Theologen als auch von dem Reformator Calvin attackiert wird. Heute gilt er als einer der großen Autoren des 16. Jh. und der franz. Literatur überhaupt.
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Werke:
- Les horribles et espouventables faictz et prouesses du très renommé Pantagruel, 1532
- La vie inestimable du grand Gargantua, pere de Pantagruel, 1534
- Tiers Livre, 1546
- Quart Livre, 1552
- Cinquième Livre, 1564
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