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Marcel Proust ist Sohn eines renommierten und wohlhabenden Reiche-Leute-Arztes, der aus der Provinz nach Paris gekommen ist, und einer Mutter aus reicher Pariser jüdischer Familie. Proust absolviert seine Schulzeit am Lycée Condorcet und studiert dann an der École des Sciences politiques. Als junger Mann verkehrt er in der Pariser High Society von Großbourgeoisie und Adel.
Früh betätigt er sich literarisch, aber auch als Literaturtheoretiker, z.B. mit dem Essai Contre Sainte-Beuve (1905), wo er als einer der ersten gegen den allzu kausal denkenden Biografismus zu Felde zieht, der die positivistische universitäre Literaturkritik der Zeit beherrschte. Nachdem er schon als Kind viel krank war, lebt er ab etwa 30 als Dauerkranker (Asthma) an sein Zimmer gefesselt. 1905 beginnt er, seine Jugenderinnerungen zu verarbeiten in dem nach und nach auf sieben Bände anwachsenden Roman A la recherche du temps perdu, dessen erzählte Zeit die Spanne von etwa 1880 bis 1920 umfasst.
Der erste Band, Du côté de chez Swann, erschien 1913 und erhielt 1919 den Prix Goncourt; der letzte Band, Le Temps retrouvé, kam erst postum 1927 heraus.
Die Recherche gilt heute als eine der literarischen Großtaten des Jahrhunderts: formal wegen Prousts damals revolutionären Verzichts auf eine chronologische und lineare Handlung, stilistisch wegen der kunstvollen, oft leise ironischen Sprache, inhaltlich wegen der psychologisch einfühlsamen und zugleich distanzierten Darstellung eines bestimmten Milieus, nämlich der Pariser Oberschicht der Belle Époque.
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Werke:
- A la recherche du temps perdu
- Du côté de chez Swann, 1913
- A l'ombre des jeunes filles en fleurs, 1919
- Du côté de Guermantes, 1922
- Sodome et Gomorrhe, 1922
- La Prisonnière, 1923
- Albertine disparue, 1925
- Le Temps retrouvé, 1927
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