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Montesquieu stammt aus einer Familie der "noblesse parlementaire", verbringt seine Schulzeit bei den Oratorianern in Juilly (bei Meaux) und treibt dann Jurastudien. Ab 1714 ist er Richter am Parlement von Bordeaux, zunächst im unteren Rang eines conseiller, dann im höherrangigen Amt eines président à mortier, das er 1716 von einem Onkel erbt.
1726 verkauft er das Amt, um sich ganz seinen Studien und dem Schreiben zu widmen. 1721 nämlich hat ihn ein kleines Buch über Nacht berühmt gemacht: Les Lettres persanes. Es sind dies angebliche Briefe zweier fiktiver Perser, die Europa und vor allem Frankreich bereisen und die ihren Freunden daheim die Verhältnisse hier schildern in einer Mischung aus Staunen, Kopfschütteln, Spott und Mißbilligung (spätestens seit Pascals Lettres provinciales ist dies ein beliebtes literarisches Verfahren, um die Verhältnisse im eigenen Land aus einer kritischen Außensicht darzustellen).
1728 wird Montesquieu in die Académie Française gewählt, 1728-31 bereist er die damals wichtigsten Länder Europas: Österreich, Italien, mehrere deutsche Staaten, Holland und vor allem England. 1734 publiziert er in Holland die Schrift Considérations sur la grandeur et la décadence des Romains, in der er am Beispiel des Römischen Reichs so etwas wie gesetzmäßige Verläufe im Aufstieg und Niedergang von Staatsgebilden nachzuweisen versucht.
Sein wichtigstes Werk ist jedoch die überaus einflußreiche geschichts- und staatsphilosophische Schrift De l'esprit des lois (Genf 1748). Hierin versucht Montesquieu einerseits, die Determinanten zu finden, gemäß denen einzelne Staaten ihr jeweiliges Regierungs- und Rechtssystem entwickelt haben (z.B. geographische Lage, Klima, wirtschaftliche Faktoren, religiöse Verhältnisse, Sitten und Gebräuche); andererseits versucht er nicht zuletzt gegen den im Milieu der Parlements ungeliebten königlichen Absolutismus die theoretischen Grundlagen eines universell möglichen Regimes zu entwickeln, das auf der sog. Gewaltenteilung beruht, d.h. auf der Trennung von Gesetzgebung (Legislative), Staatsgewalt (Exekutive) und Rechsprechung (Judikative). Das Buch findet sofort große und weitgestreute Beachtung und löst heftige Attacken der Jesuiten, der Sorbonne und vor allem der Jansenisten aus. 1751 wird es auf den Index gesetzt.
Heute ist Montesquieus System der drei Gewalten zumindest im Grundsatz in den Verfassungen aller modernen demokratischen Staaten verwirklicht.
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